ich freue mich sehr dieses Forum gefunden zu haben und möchte Euch hiermit auch ein freundliches "Hallo" senden. Bevor ich meinen Beitrag verfasse, möchte ich auch sagen, wie toll ich es finde, dass sich Betroffene hier so aktiv einbringen.
Vorgeschichte:
Ich bin 40, Bildschirmarbeiter und bei mir fing es im Januar mit einer Verschlechterung des scharfen und fokussierten Sehens an. Ich war zunächst irritiert und konnte es nicht einordnen. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits 5 Jahre Antidepressiva genommen habe, war mein erster Impuls, dass es aufgrund der langen Einnahmedauer daran liegen könnte (man liest oft, dass Serotonin und Dopamin auch einen gewissen Einfluss auf das Auge haben können). Diverse Besuche beim Optiker waren erfolglos, da sich mein Sehverhalten immer veränderte und ich gar nicht einschätzen konnte, was da los ist. Somit habe ich dann in einem Kraftakt in der Zeit von Anfang Mai bis Ende Juni meine Tabletten abgesetzt in der stillen Hoffnung, dass sich mein Sehen verbessert (Venlafaxin 110mg). Zeitgleich habe ich im März einen Augenarzttermin vereinbart, den ich vor wenigen Wochen wahrgenommen habe - 3 Monate Wartezeit
Was soll ich sagen, neben depressiven Phasen, in denen ich ja sowieso zeitweise stecke und dem begleiteten Absetzen meiner Antidepressiva, habe ich zunehmend das Gefühl, dass durch das ständig verschwommene und unscharfe Sehen mein Leben zusammenbricht. Ängste um meinen Job als ITler und das Gefühl, dass ich in die Hilflosigkeit abrutsche setzen mir doch sehr zu. Ich weiß, dass es wesentlich schlimmere Verläufe gibt und es sich bei mir ggf noch milde abspielt, und versuche mir da auch immer Mut zuzusprechen, aber dennoch nagt das alles sehr an mir.
Mir ist aufgefallen, dass eine Sonnenbrille die Belastung meiner Augen reduziert (auch in Räumen und vor dem PC), aber das kann ich noch nicht genau einschätzen. Oft bin ich schnell erschöpft, müde und abgeschlagen. Für Ende diesen Jahres ist ein Termin in der Uni-Klinik Köln vorgesehen, aber wenn ich daran denke, wie lange das noch dauert, könnte ich auf der Stelle zusammen brechen.
Zeitgleich zum Verfassen dieses Beitrags, werde ich mir noch passende Forenbeiträge durchlesen und freue mich an dieser Stelle nun erst einmal darüber, dass ich Euch meine aktuelle Situation schildern und niederschreiben konnte.
Was mich wirklich nachdenklich stimmt, ist der Gedanke, dass ich nicht mehr scharf sehen können werde, da die Brillenanpassung gescheitert ist und man ja oft liest, dass die Verläufe teilweise sehr kompliziert sind. Hat mein Körper das so viele Jahre einfach ausgleichen können und jetzt mit 40 ploppt es auf? Ich bin total ratlos.
An dieser Stelle bedanke ich mich bei Euch für das Lesen meiner Gedanken und wünsche Euch noch eine schöne Zeit
Stephan aus Köln