Nach meinem letzten Besuch bei meinem Augenarzt bin ich (und er leider auch) etwas ratlos...
Nachdem ich jetztschon mehrmals auf beiden Augen operiert wurde, erreiche ich auf dem linken Auge ca. 60% mit Korrektur, rechts ca. 15% ohne Korrektur. Theoretisch.
Seit der Behandlung bei Dr. Krumeich habe ich jetzt auf beiden Augen einen implantierten Titanring mit Kunstlinse unter der Hornhaut. Rechts ist die Hornhaut immer noch sehr dünn und der Ring sitzt nicht so optimal wie links, etwas zu dicht unter der Hornhaut, weshalb sich dort eine Art "Stufe" gebildet hat, diese selbst mit Spaltlampe nur schwer sichtbar und kaum feststellbar, für mich aber überaus deutlich spürbar. Ansonsten sind die Implantate gut verheilt, Fäden, Linsen und auch alle anderen Werte haben sich stark verbessert. Theoretisch.
Praktisch habe ich aber nach wie vor immer noch große Probleme damit; extreme Augentrockenheit, verschwommene Sicht bei jedem Zwinkern, Zwicken, Stechen, Kratzen - und natürlich das Eigengefühl. Normale gesunde Augen sind eine relativ runde glatte Kugel (kann mich nicht mehr so genau erinnern, wie sich das anfühlt^^), meine Augen fühlen sich eher an wie ein paar rauhe, verbeulte Bauklötze.
Ich spüre einen deutlichen und unangenehmen Widerstand beim Lidschluss, ebenso fühlen sich die Augen meist dick und geschwollen an, fast wie vor einer Bindehautentzündung.
Das kann der Arzt aber nicht feststellen, weil er die Oberfläche bzw. Beschaffenheit der Augen untersucht und dort nichts findet (bis auf oben genannte „Stufe“).
Nach dem techn. Verlauf beim rechten Auge ist die ärztliche Meinung ebenso, dass das rechte Auge eigentlich besser sehen müsste, eine Erklärung für die sehr schlechte Sehkraft beim rechten Auge haben wir noch nicht gefunden. Wellenfront-Vermessung und Netzhautscans brachten auch keine anderen Ergebnisse.
Das Problem ist auch, meine Sehkraft schwankt sehr stark je nach Tagesform, Wetter, Tageslicht und je nachdem, wie viel und wie vor allem wie gut ich geschlafen habe (was eher selten vorkommt). Ich arbeite nur noch 6 Std. in Teilzeit an meinem vollausgestatteten Bildschirm-Arbeitsplatz (3 Monitore, Schwenkarme, Vergrößerungssoftware, FullHD-Kamera usw.) aber selbst das ist wahnsinnig anstrengend, denn meine Augen sind den ganzen Tag einfach nur trocken, gereizt, müde.
Das wiederrum läßt sich med. ebenfalls nur schwer feststellen, denn der Arzt steht bei der Arbeit ja nicht hinter mir und wenn ich dann mal zur Kontrolle da bin, sind die Augen relativ „entspannt“ und dementsprechend ruhig.
Wie gesagt, das Implantat auf dem rechten Auge ist nicht ganz optimal, das linke Auge fühlt sich um Längen besser an (aber nicht gut). Eine erneute OP auf dem rechten Auge, ebenso eine Anpassung des Titan-Rings wären zu riskant, da die Hornhaut schon vorgeschädigt ist und einfach nicht stabil genug.
Ich verstehe das Risiko, die Situation hat mir Dr. Krumeich ausführlich erklärt, und das Ergebnis der Operationen bei ihm ist besser als alles, was ich vorher hatte.
Kontaktlinsen vertrage ich aufgrund der starken Augentrockenheit und des Fremdkörpergefühls nicht, sie verrutschen, sitzen zu fest oder zu lose oder fallen direkt wieder raus. Brille läßt sich wegen der hohen Abweichung der beiden Augen und wegen der hohen Lichtempfindlichkeit nur schwer ertragen.
Ich tropfe ca. alle 10-15 Min. Tränenersatzmittel (Hylo-Gel, Ursapharm), außerdem Blephamide, die bei Dr. Krumeich gemischt werden, in der Nacht Posifenicol (Salbe).
Das ist die beste Kombination, die ich bis jetzt hatte. Ich hab bereits unzählige Salben, Tropfen und Tränenersatzmittel durch.
Damit sind die derzeitigen Maßnahmen ausgeschöpft. Erneute OP ist zu riskant, Brille und Kontaktlinsen lassen sich nicht (erträglich) anpassen, Tropfen und Salben bringen kaum Linderung. Auch wenn mein Arzt das nicht feststellen kann, bin ich der Meinung, es liegt hauptsächlich an einer immer noch vorhandenen starken unregelmäßigen Verkrümmung, die sich je nach Reizung und Anstrengung über den Tag hin ausbildet und so ein sehr unangenehmes Gefühl verursacht, das „normales Sehen“ für mich zu einem echten Kraftakt macht.
Ich würd mir ja ne Zweitmeinung einholen, aber ich wüsste nicht wo. Nach meiner jahrelangen Odyssee durch Augenarztpraxen nochmal einen Arzt zu finden, der eine entsprechend spezialisierte Erfahrung mit refraktiver Chirurgie und Implantaten bei Keratokonus hat, ohne dafür hunderte von Kilometern reisen zu müssen (was ich mir nicht leisten könnte), erscheint mir fast unwahrscheinlich.
Weiß nicht, was ich noch machen kann oder wo ich anfangen soll weiterzumachen, gibt’s überhaupt in der Situation noch Möglichkeiten? Das geht jetzt alles schon so lange und es wird einfach nicht besser und ich und auch meine Augen werden wohl leider mit den Jahren auch nicht jünger, wenn dieser Zustand jetzt das Beste wäre, was erreicht werden kann und das bis ans Ende meines Lebens...will ich gar nciht drüber nachdenken.