Hallo!
Mein Name ist Thomas, ich bin schon seit ein paar Jahren Besucher in diesem Forum und wollt mich auch mal wieder melden.

Zurzeit befinde ich mich allerdings in einer Art Dilemma.
Ich hatte 2002 und 2004 Operationen für Keratoplastiken, rechtes Auge und linkes Auge. Seit dem ist die Hornhaut bzw. der Keratokonus stabil geblieben, allerdings bei sehr schlechter Sehkraft von unter 1/35, also GdB100 und offiziell blind.
Kontaktlinsen oder Brille lassen sich leider nicht mehr anpassen, da die Verkrümmung und der Astigmatismus zu stark sind.
Die schlechte Sehkraft ist sehr störend, aber viel unangenehmer bzw. störender ist noch der direkt spürbare Effekt der Verkrümmung, nämlich ein unzureichender Lidschluss verbunden mit unangenehmen Druck durch die Verkrümmung, ununterbrochenes Kratzen und Jucken und letztendlich ein unterbrochener Tränenfilm, der 24 Std. am Tag wortwörtlich staubtrockene Augen verursacht, dadurch ständiges Reiben und Tropfen (z. Z. mit HyloGel). Teilweise werden die Symptome durch vernarbtes Gewebe auf der Hornhaut verursacht, eine der Ops war nicht ganz so sauber.

Also, alles andere als angenehm.
Lt. diversen Augenärzten ist eine erneute OP wegen geringer Hornhautstärke und der aktuellen Stabilität der Hornhaut zu riskant. (Punkt) Nichts weiter. Verweisung auf die nächste Kontaktlinsentestanpassung, die garantiert erfolglos verläuft^^
Ich habe mich schon vor Monaten über Dr. Lombardi und seine OP-Methoden informiert, sie hören sich sehr vielversprechend an, aber mir ist natürlich auch klar, dass der Erfolg bei einem GIII Keratokonus nach 2 Op's längst nicht so hoch sind wie im Anfangsstadium.
Das große Problem daran ist nur folgendes:
Ich habe 2 abgebrochene Ausbildungen hinter mir, eine abgeschlossene zum Bürokaufmann, war zwischendurch immer wieder Monate bis Jahre arbeitsuchend und mache gerade eine Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten, die noch 8 Monate dauert und danach mit einer Festanstellung in Innenministerium verbunden ist. Erster sicherer Job, endlich, nach über 10 Jahren Ausbildung und Arbeitslosigkeit.
Tja, aber meine Augenerkrankung ist zwar lt. Ärzten stabil und toll und so blabla, aber für mich persönlich eigentlich ein unhaltbarer Zustand, nicht nur in erster Linie der visuelle, besonders aber auch der physische Zustand. 24 Std. am Tag trockene, juckende, kratzende Augen machen schnell müde und schränkt die Leistungsfähigkeit enorm ein.
Aber wenn ich jetzt einen Versuch unternehme, mir einen vertrauenswürdigen und kompetenten Augenarzt zu suchen, mit dem ich zusammen eine Kostenübernahme für eine Voruntersuchung, ggf. OP bei Dr. Lombardi in Rom durchboxen könnte, würde mich das sicher einige Zeit in Anspruch nehmen und viele Nerven kosten. Antragstellung, Widerspruch, Klage? Arzttermine, Gutachten, was weiß ich noch....
Unterbrechung oder Ausfall durch Termine und Untersuchungen von viell. ein paar Monaten. Während der Umschulung kann ich mir einen Ausfall sowieso nicht leisten und bei bestandener Prüfung danach in der Arbeitsstelle auch nicht. Aber ich gehe damit dass Risiko ein, dass sich der Keratokonus durch die Sehbeanspruchung und die Augentrockenheit verschlechtert oder im schlimmsten Fall, wie schon einmal, eine Hornhaut reißt, denn die Verkrümmung ist zwar "stabil", aber in einem extremen Zustand. Chronische Sauerstoffunterversorgung und Augenbrennen ist schon zu einer Art Gewohnheit geworden.
Wenn ich diesen Zustand weiter beibehalte, erreiche ich viell. die nächste Stufe, nämlich irreparable Blindheit in ein paar Jahren.
Also wie soll ich mich entscheiden? Setze ich alles daran, endlich eine erfolgversprechende und möglicherweise anhaltende Lösung für mein Problem zu finden und setze damit eine feste Arbeitsstelle auf Spiel... jeder, der mal längere Zeit arbeitslos war, weiß wie unbefriediegend und ätzend das irgendwann wird. Ich bin jetzt knapp 30 und praktisch immer noch Berufsanfänger. Die Chancen auf Arbeit sind damit mehr als schlecht und werden sicher nicht besser.
Oder versuche ich mich durchzuboxen und warte ab, ob es sich so lange stabil hält, bis ich die Umschulung abgeschlossen und ein bischen gearbeitet hab, damit ich mir einen erneuten Ausfall leisten kann?
Besonders während der Umschulung erreiche ich mit diesen Augen schnell meine Leistunggrenzen, viel neuer Lernstoff, viel zu lesen, viel Bildschirmarbeit. Mein Körper hat zwar Energie, aber meine Augen fühlen sich nach einem 8-Stunden-Tag an wie nach einer durchgezechten Partywoche. Schwere Entscheidung...