Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: viewtopic.php?t=6501

TLKP am 01.03.2010 in Bochum

Schwenn
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KC-Experience: Leider auf beiden Augen betroffen. Rechts ist der Keratokonus fortgeschrittener.
Keratoconus since: seit über 10 Jahren
Experience with eyeglasses / lenses: Kontaktlinsen vertrage ich leider nicht
Operationen: Am 01.03.2010 TLKP rechts

TLKP am 01.03.2010 in Bochum

Post by Schwenn »

Hallo zusammen,

nun ist es soweit...

Nach einem Gespräch Ende Januar in Bochum habe ich mich für die Durchführung einer TLKP entschieden. Leider haben ich rechts nur noch einen korrigierten Visus von maximal 20% (tagesformabhängig). Kontaktlinsen vertrage ich nicht. So fiel mir die Entscheidung relativ leicht. Noch kann ich auf dem anderen Auge sehen, solange dies so ist kann sich das rechte Auge von der OP erholen.

Von einer Vernetzung (Cross Linking) halte ich nicht sonderlich viel. Langzeiterfahrungen hierzu gibt es auch noch nicht. Auch eine Visusverbesserung ist äußerst unwahrscheinlich, so dass mir diese Methode keine sinnvolle Verbesserung liefert. In Bochum wurde mir diese Einschätzung bestätigt. Da ich im Vorwege auf ein Cross Linking verzichtet habe, wird sogar ein besserer Verlauf der TLKP vermutet.

Da der Keratokonus auf dem Auge schon weit fortgeschritten ist (Stadium III) und die Vogt'schen Linien sich stärker ausgebildet haben, wurde mir zu einer kurzfristigen Durchführung der TLKP geraten. Direkt am 01.03.2010 soll es in Bochum losgehen. Die Behandlung erfolgt stationär und mit Narkose...

Hinsichtlich meiner Hornhautdicke habe ich wohl noch sehr viel Glück, denn diese ist im Randbereich mit 500µm noch fast im Normalbereich, so dass das Transplantat eine sehr gute Chance hat richtig zu verheilen. Für die Messung wurde ein OrbScan gemacht. Leicht Kompliaktionen gibt es wohl nur wegen der Vogt'schen Linien, welche den Erfolg der TLKP einschränken könnten. Falls die Vogt'schen Linien schon zu stark ausgeprägt sein solllten und eine Trennung von der Descement Membran bei der OP nicht glückt, wird eine PKP mit Ring durchgeführt.

Ich hoffe, dass der Eingriff mit der TLKP erfolgreich durchgeführt werden kann und ich eine Chance auf eine lebenslange Heilung für den Keratokonus habe. Positiv ist, dass die Anzahl meiner Endothelzellen in der Hornhaut nach einer Messung an der oberenen Grenze liegt (optimal! :::thumb ).

Vielleicht noch einmal Fragen an alle mit Erfahrungen:
- Wie ist es nach der OP?
- Wird nur das operierte Auge verbunden oder sind beide Augen abgedeckt?
- Wie ist es mit den synchronen Augenbewegungen, ist das unangenehm bzw. schmerzhaft wenn sich das operierte Auge mitbewegt?
- Wie erfolgt die Versorgung mit Tropfen und Salbe nach der OP?

Es wäre schön, wenn ich noch ein paar Praxiserfahrungen bekommen könnte, damit ich mich noch ein wenig vorbereiten kann.

Ich berichte dann nach der OP...

Schönen Gruß,
Sven
sabine s.
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augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Re: TLKP am 01.03.2010 in Bochum

Post by sabine s. »

hallo sven

zunächst mal wünsche ich dir für die op viel glück!!! du hast recht, deine voraussetzungen sind sehr gut und ich denke auch, daß du dich richtig entschieden hast.
ich drück dir auf alle fälle die daumen! :::thumb :::thumb :::thumb

zu deinen fragen:

es werden nach der op natürlich nicht beide augen verbunden. während der op bist du ja sowieso unter narkose, da wird alles abgedeckt und nur das op feld bleibt frei.
die synchronen augenbewegungen machen nichts aus, die schmerzen halten sich wirklich in erträglichen grenzen. du wirst nach der op einen augenverband drauf haben, nach wenigen tagen evtl. eine schutzlinse, aber ich find und fand es angenehmer ohne schutzlinse, das war bei mir nie ein problem.
da du stationär liegst, wirst du wohl vom pflegepersonal die ersten tage mit tropfen, salben ect. versorgt werden, man wird dir zeigen, wie du das alleine machen kannst und dann kannst es, wenn du willst auch selbständig.
wirst sehen, ist alles halb so wild.!

grüßle sabine
Schwenn
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Re: TLKP am 01.03.2010 in Bochum

Post by Schwenn »

Hallo zusammen!

Hier kommt nun eine Zusammenfassung von meinen Erlebnissen in den letzten Tagen:

Montag 01.03.2010

Um 08:00 Uhr durfte ich im Martin-Luther-Krankenhaus in Bochum für die Aufnahme eintreffen. Nach den Formalitäten ging es dann auch gleich auf die Station. Mein Zimmer, mein Bett und mein Schrank standen mir schon zur Verfügung.

Kaum bin ich angekommen, gab es den ersten Überfall durch das sehr nette Pflegepersonal. Blutdruck, Puls und Temperatur wurden gemessen. Alles bestens…

Dann durfte ich mich in meinem neuen Reich für die nächsten fünf Tage ausbreiten. Gegen 09:00 Uhr ging es dann zum EKG. Kurz und schmerzlos, von der Messdauer wurden maximal zwei bis drei Herzschläge gemessen; und wieder zurück auf das Zimmer.

Erstaunlicher Weise hielt sich die Aufregung sehr in Grenzen. Das ewige Warten war aber doch etwas nervig.

Um 10:00 Uhr ging es dann in die Ambulanz. Blut abnehmen; gleichzeitig wurde der Zugang für die Narkose gelegt. Direkt im Anschluss ging es zur Anästhesie für die Vorbesprechung zur Narkose.

Dann hieß es wieder warten. Um 11:45 Uhr bekamen meine Zimmergenossen dann ihr Essen, schon gemein, wenn man selbst nüchtern bleiben muss.

Um 12:30 Uhr habe ich mich dann für die OP umgezogen und die Beruhigungstabletten eingenommen. Eine Wirkung der Tabletten konnte ich selbst nicht ausmachen…

Gegen 13:00 Uhr ging es dann im Bett zur OP-Schleuse. Nach dem Umbetten auf den OP-Tisch musste ich dann noch bis 13:35 Uhr warten, bis Dr. Krumeich im Krankenhaus eingetroffen ist. Während dieser Wartezeit war ich schon ziemlich nervös… Dann gab es aber die Narkose, der letzte Uhrenvergleich sagte 13:35 Uhr (Gute Nacht). ddd1

Um 15:30 Uhr blickte ich dann wieder in einem Vorraum zum OP auf die Uhr. Ich wunderte mich schon, warum ich nochmals in den OP sollte… Aber dann kam die Erlösung, Dr. Krumeich sagte mir dass meine Endothelschicht erhalten werden konnte und die TLKP geklappt hat. Jetzt musste nur noch die Luftblase zum tamponieren von Endothel und Transplantat feinjustiert werden, dann ging es auch schon gegen 16:50 wieder zurück auf das Zimmer (wo mich schon meiner erster Besuch erwartete…).

Bettruhe war angesagt. Ich musste auf dem Rücken liegen, damit die Luftblase die Endothelschicht richtig stützen kann.

Aufgrund der Narkose und den Schmerzmittel war der erste Tag sehr entspannt, ich war nur ein wenig kaputt…

Wie üblich erfolgt dann seit Montag Abend auch die regelmäßige Einnahme von Augentropfen. (Isopto-Max, Ecolicin) abwechselnd im zwei-Stunden Rhythmus. Der Alltag richtet sich nun seit dem 01.03.2010 nach den Augentropfen…

Dienstag 02.03.2010

Um 08:30 Uhr ging es in die Ambulanz zur ersten Untersuchung. Die Naht sitzt gut. Drei störende Wimpern wurden gezogen, dann ging es auch wieder ins Bett (wie schon erwähnt Bettruhe war angesagt).

Langsam wurde das Fremdkörpergefühl im Auge schlimmer. Mein Rücken tat vom liegen weh, ich war richtig kaputt und müde… Rückblickend war der Dienstag der schlimmste Tag… :::confused

Um 14:30 Uhr ging es dann in die Praxis von Dr. Krumeich. Das Transplantat liegt perfekt und schließt gut mit dem Endothel ab. Das OP-Ergebnis war sehr gut. Schemenhaft konnte ich die Hand von Dr. Krumeich und die Finger erkennen, aber ziemlich verschwommen.

Mittwoch 03.03.10

Heute hieß es schon um 07:15 Uhr in der Praxis zu sein. Die Lage von Transplantat und Endothel sollte überprüft werden, damit ggf. in einer neuen OP Luft in das Auge eingeblasen werden kann. Aber das war nicht nötig, der Kontrollfaden für die Luftblase wurde gezogen…

Donnerstag 04.03.10

Am Donnerstag ging es erst um 9:00 Uhr in die Praxis von Dr. Krumeich. Die positive Nachricht, das Epithel ist schon in zwei bis drei Schichten über die Wundränder gewachsen. Das Transplantat sitzt immer noch optimal und das Ergebnis ist nach Dr. Krumeich noch besser als erwartet.

Leider kann ich noch nicht scharf sehen. Ich schaffe noch nicht einmal die 10% :shock: . Es ist alles ziemlich verschwommen und Lichtquellen sehe ich doppelt und dreifach. Auf der einen Seite ist es schön zu hören, dass alles optimal verlaufen ist, andererseits mache ich mir schon auch Sorgen. Es ist persönlich nicht angenehm und auch etwas beängstigend so wenig zu sehen…Hoffentlich wird das bald besser!

Weiter positiv ist, dass die Bettruhe aufgehoben ist und ich tagsüber im Zimmer schon den Augenverband entfernen durfte…

Freitag 05.03.10

Heute darf ich nach Hause ;-)

Es ging zur Abschlussuntersuchung wieder in die Praxis von Dr. Krumeich.

Der Verlauf ist nach seiner Ansicht immer noch sehr optimal oder sogar besser. Das Epithel ist schon zu 80% über das Transplantat gewachsen. In 14 Tagen soll das Epithel dann vollständig neugebildet worden sein…

Störend im Auge ist nach wie vor ein Fremdkörpergefühl. So als ob jemand dauerhaft einen leichten Druck auf das Auge ausübt. Richtige Schmerzen hatte ich die ganzen Tage nicht. Das Gefühl im Auge ist zwar auszuhalten, aber doch sehr unangenehm. Um das Gefühl ein wenig zu unterdrücken hilft bei mir Iboprofen…

Sehen kann ich immer noch nicht mehr… :shock: Der Blick auf die Welt mit dem rechten Auge ist sehr trübe, wie durch einen dicke Milchglasscheibe. Hoffentlich ändert sich das noch, so dass die OP wirklich als sehr optimal zu bezeichnen ist?!?

Gruß,
Sven
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sabine s.
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Re: TLKP am 01.03.2010 in Bochum

Post by sabine s. »

sieht doch gut aus.
aber.......SO ein wahnsinns aufwand für so eine op.????? bettruhe, rückenlage...........das ist ja schlimmer als nach meiner hüftgelenksop.
nun denn.es wird seinen grund haben und wichtig ist, daß alles gut verheilt,. wonach es ja aussieht.
ich drück dir die daumen!!! ab jetzt kanns ja nur noch besser werden.
grüßle
sabine
Schwenn
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Re: TLKP am 01.03.2010 in Bochum

Post by Schwenn »

Hallo zusammen,

letzte Woche gab es zwei Kontrolluntersuchungen...

Die Augenärzte sind von der durchgeführten Operation begeistert. Die Naht sitzt symmetrisch, das Transplantat ist transparent und ein Interface aufgrund der lamellären Keratoplastik ist nicht zu erkennen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist alles optimal...

...aber leider sehe ich immer noch sehr verschwommen. Das soll daran liegen, dass meine Hornhaut nach der OP noch aufgequollen ist. Das zusätzlich Wasser in der Hornhaut beeinträchtigt die Brechkraft der Hornhaut negativ. Ich nehme jetzt zusätzlich noch zweimal täglich Omni Sorb Augentropen.

Wie lange hat es bei euch gedauert, bis die Hornhaut entquollen war und der Schleier vor dem Auge sich gelegt hat?

Gruß,
Sven
toggler
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Re: TLKP am 01.03.2010 in Bochum

Post by toggler »

ALso ich werd zu Hause nochmal in meinem tagebuch nachschauen, aber ich glaub das geht ganz langsam nach und nach. Ich hab immer wieder an meiner Hand die Sehschärfe getestet. Ich glaub nach ca. 12 Wochen hab ich mit dem TLKP Auge im Nahbereich scharf gesehen. Ich hatte auch "etwas" Problemem mit leichten Wellen im Interface.
Schwenn
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Re: TLKP am 01.03.2010 in Bochum

Post by Schwenn »

@toggler:
Oh, das wäre wirklich super, wenn Du einmal in Deinem Tagebuch nachschauen könntest... Wie ist denn das Langzeitergebnis Deiner TLKP. Reicht bei Dir eine Brille als Korrektur? Wie ist Dein Sehvermögen?

Auf jeden Fall beruhigt mich Deine Aussage ein wenig, meine OP ist jetzt drei Wochen her und im Nahbereich (ca. 8 - 9 cm) kann ich bereits scharf sehen. In der Entfernung sehe ich aber total verschwommen und die Lichtquellen in der Dunkelheit sehe ich mehrfach kreis- bzw. sternförmig (was wohl an der Naht liegt).

Mein Interface ist nach Aussage vom Augenarzt gar nicht zu erkennen, nur das Endothel ist noch vom Keratokonus geknittert; dies soll sich mit der Zeit wieder automatisch glätten.

Ich muss mich wohl in Geduld üben...
Schwenn
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Re: TLKP am 01.03.2010 in Bochum

Post by Schwenn »

So, heute war ich mal wieder beim Augenarzt...

Die Hornhaut ist immer noch leicht gequollen. Eine objektive Refraktionsuntersuchung hat -10 Dptr und Zylinder -5 Dptr ergeben. Hoffentlicht sind diese Werte auf die noch leicht gequollene und geknitterte Hornhaut zurückzuführen...

Nächste Woche bin ich zur Nachuntersuchung in Bochum...

Ansonsten gibt es nichts Neues.

Gruß,
Sven
Schwenn
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Re: TLKP am 01.03.2010 in Bochum

Post by Schwenn »

Jetzt habe ich es mal wieder geschafft hier im Forum vorbei zu schauen...

Leider gibt es keine sonderlich guten Neuigkeiten - auch eine befriedigende und nachvollziehbare Erklärung für die Diagnose habe ich (noch) nicht bekommen/gefunden... Aber nun erst einmal zu den Eckpunkten:

Kontrolluntersuchung nach ca. 4 Wochen postoperativ:
  • Die Hornhaut / das Transplantat ist nicht mehr gequollen (was positives)
  • Es hat sich eine leichte Stufe an einer kleinen Stellen zwischen Transplantat und meiner eigenen Hornhaut ausgebildet. Eine Korrektur ist nicht sinnvoll möglich und wäre zu risikoreich, die Hornhaut soll so einwachsen. Unklar ist mir, was die für genaue Auswirkungen für mich haben wird?!?
  • Das Transplantat ansonsten (abgesehen von der Stufe) sitzt gut und ist transparent. Das Transplantat hat sich zentral auch schon gut geglättet. Die Naht sitzt gut. U. a. aufgrund der Lichtreflexionen an der Naht (und weiteren unbekannten Ursachen) komme ich aber nur auf ein Sehvermögen von ca. 20% (Erwartetes Ergebnis war ein Sehvermögen von ca. 40%).
  • Die Hornhaut und das Auge wurde vermessen. Die Hornhaut alleine hat nur -4 Dioptrie, das gesamte Auge ist mit -12,5 Dioptrie sehr kurzsichtig. Die starken Differenzen der Kurzsichtigkeit im optischen Apparat zwischen Hornhaut und gesamten Auge sind unklar. Vor 15 Jahren war ich nicht so stark kurzsichtig, vor der OP war eine sinnvolle Aussage aufgrund des ausgeprägten Keratokonus nicht sinnvoll möglich.
  • Eine Korrektur kann wohl nach ca. 2 Monaten postoperativ mit weichen Kontaktlinsen erfolgen. Ich nehme derzeit aber noch Isopto-Max AT. Die Packungsbeilage sagt eindeutig aus, dass während der Therapie keine Kontaktlinsen getragen werden dürfen. Wie lange werde ich die Augentropfen noch nehmen müssen bzw. gibt es hier im Forum jemanden mit ähnlichen Problemen. Wie erfolgt der Umgang?
  • Da meine beiden Augen sehr unterschiedlich kurzsichtig sind, ist ein Ausgleich mit Brille nicht möglich. Wie groß dürfen die Unterschiede der Dioptriewerte für die beiden Brillengläser sinnvollerweise maximal sein? Macht es ggf. Sinn die Kurzsichtigkeit auf dem operierten Auge nicht vollständig auszugleichen, damit ich die Problematik mit den AT und den Kontaktlinsen nicht habe?
Hat jemand hier im Forum auch Erfahrungen mit dieser extremen Kurzsichtigkeit nach einer Transplantation? Könnte sich die gesamte Augenform bzw. die Hornhautform aufgrund des Keratokonus so stark und steil verformt haben, dass nach der Transplantation solch hohe Dioptriewerte entstehen?

Ich hoffe ich bekomme ein paar Tipps oder Erfahrungen von Euch!

Gruß,
Sven
Günter
Administrator/in
Posts: 1070
Joined: 2003-06-03, 15:12
KC-Experience: - Ende 1978 Diagnose KC , mit 14 jahren
- Ende 1990 endgültiger zusammenbruch des rechten Auges, ca. 5% Sehfähigkeit
- April 1991 KP (Keratoplastik, Hornhauttransplantation) rechtes Auge in Heidelberg
- 1993 endgültiger Zusammenbruch des linken Auges, tragen von Linsen nicht mehr möglich, ca. 5% Sehfähigkeit (Visus)
- 1993 fast zur gleichen Zeit, rechtes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- Dezember 1995 KP linkes Auge in Jena
- 1997 linkes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- 2000 habe einen neuen Optiker, und klasse Linsen jetzt auf beiden Augen ca. 120%
- 2012 Abstoßungsreaktion auf dem linken Auge
- 2013 hohe Belastung für das rechte Auge, das Auge wird instabil. Rekeratokonus mit steigender Instabilität beider Augen
- 2015 März 2015 erneute KP links
- rechtes Auge wird mit Medikamenten einigermaßen stabil gehalten
- 2017 Mai, das linke Auge ist soweit stabil, das ich wieder eine
Kontaktlinse auf dem Auge tragen kann damit erreiche ich einen Visus
von ca. 1,0 (100%). Somit kann ich wieder auf beiden Augen vernünftig
sehen.
Keratoconus since: Ab dem Alter von 14 Jahren.
Experience with eyeglasses / lenses: Mit meinen harten Kontaktlinsen komme ich im großen Ganzen gut klar.

Ich trage sehr gut angepasste quartantenspezifische Kontaktlinsen, von FALCO. Mit diesen erreiche ich einen Visus von ca. 1,0 (100%) auf beiden Augen.

Die Tragezeit der Kontaktlinsen beträgt ca. 10 Stunden pro Tag.
Ohne Kontaktlinsen habe ich links einen Visus von ca. 0.05 (5%) und rechts < 0.05(5%).

Mit einer iScription Brille komme habe ich links ca. 0,3 (30%) und rechts 0,3 (30%).
Dir Brille hat die Werte:
R Spr. -2,75 Cyl -8,50 Achse 175
L Spr. +4,50 Cyl -3,75 Achse 131
Operationen: Auf beiden Augen eine Keratoplastik (Hornhauttransplantation)
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Re: TLKP am 01.03.2010 in Bochum

Post by Günter »

Hallo Sven,
Schwenn wrote:
  • Da meine beiden Augen sehr unterschiedlich kurzsichtig sind, ist ein Ausgleich mit Brille nicht möglich. ....
Ich habe stark unterschiedliche Brillenwerte. Das konnte mit iScription ausgeglichen werden. Lass Dich damit mal ausmessen.
Bei den Ärtzen hat sich noch nicht alles herumgesprochen was mit iScription möglich ist.
Schwenn wrote: Hat jemand hier im Forum auch Erfahrungen mit dieser extremen Kurzsichtigkeit nach einer Transplantation? Könnte sich die gesamte Augenform bzw. die Hornhautform aufgrund des Keratokonus so stark und steil verformt haben, dass nach der Transplantation solch hohe Dioptriewerte entstehen?
Normalerweise verändert sich die Augenform nach einer Transplantation nicht. Aber die Form der Hornhaut kann sich verändern - wie bei Dir wohl der Fall. Inwieweit sich diese Veränderung auf die Augenform auswirkt, oder eine Formveränderung verursachen kann, wies ich nicht - und ich bezweifle das es dazu Untersuchungen gibt. Aber vorstellbar ist es.
Aber da klare Aussagen dazu fehlen wirst Du nie ein andere Aussage als die deiner Ärzte hören.
Gruß Günter