ich bin wieder unter den Sehenden. Naja, wenn man das so nennen kann - ich schreibe gerade auf Schriftgröße 36 ^^ Ich habe den Bericht nach ganz oben "geschoben", schließlich ist es ja das, was wohl die meisten interessiert.
Also am Mittwoch, den 18.03.09, hatte ich um 10:30h meinen Termin. Als ich dort war ging es auch recht zügig. Als erstes bekam ich eine Haube auf und nahm auf einer Liege platz. Von der netten Assistentin wurden mir narkotisierende Augentropfen verabreicht, insgesamt 3-4 Mal. Dann kam die Ärztin und brachte die Gerätschaften in Position. Das sie eigentlich unter Zeitdruck stand und in diesem Moment eigentlich "beim Chef" assistieren sollte, beunruhigte mich nicht
Ca. 2-3 Stunden nach der OP begannen die Schmerzen. Es war schon recht heftig. Novalgin habe ich 2 x 30 Tropfen lang versucht, danach gab ich gegen Nachmittag Tramal eine Chance. Abends stand ich zum Essen auf und hatte direkt ziemliche Kreislaufprobleme - Tramaltabletten halt. Meine Frau legte mir einen Zugang und hängte mir eine HAES zur Kreislaufstabilisierung, später am Abend dann einen Tramal/Vomex-Mix an. Das war super. Ich schlief bis morgens. Schmerzen? Ich glaube ja... Aber irgendwie erinnere ich mich nicht mehr...
Die Infusion war über Nacht leer und am nächsten morgen bekam ich noch einmal die gleiche Dosierung. Diesmal machten wir aber über Mittag Pause um zur Nachuntersuchung nach Dortmund zu fahren: Alles soweit im grünen Bereich. Die bekannte Trübung, quasi der Blick durch eine Beschlagene Brille. Aber das machte mir keine Sorgen. Die Schmerzen hielten sich in Grenzen, waren aber da. Außerdem ein fieses Fremdkörpergefühl, wie 1 Tonne Sand im Auge. Wieder zu Hause hängten wir Nachmittags die Infusion an und der Tag ging für mich zu Ende. Wieder hatte ich den ganzen Tag mit geschlossenen Augen und soweit es ging in Dunkelheit verbracht.
Am Freitag war ich bei meinem Augenarzt. Was für ein Reinfall. Ich möchte nicht näher darauf eingehen. Nur soviel: als ich die Geschichte im JoHo am Samstag bei meiner 3. Kontrolle nach OP den Ärzten erzählte, sorgte ich für ungläubiges Staunen. Ich suche mir nun nächste Woche einen neuen Arzt. Ihr kennt ja vielleicht das Problem, einen guten Augenarzt zu finden. Die Ergebnisse der Untersuchung sind nicht näher interessant, haben sie sich am Samstag doch eh als falsch erwiesen. Den Blick durch die beschlagene Brille hatte ich natürlich immer noch. Ich bekam einen Verband vor das Auge, was den Vorteil hatte, dass kein Licht durchdrang. Mit dem linken Auge wagte ich den einen oder anderen Blick, mehr traute ich mich aber noch nicht ^^
Jedenfalls reichte am Freitag Novalgin. Kein Tramal mehr, juchuu! Schmerzen waren eigentlich auch so gut wie weg. Abends war ich wieder früh im Bett und schlief bis morgens.
Am Samstag hatten wir dann um 10:00h einen Termin zur Kontrolle. Alles super, Epithel geschlossen, es gab nichts zu bemängeln. Schön weiter Foxal/Vitamin A im stündlichen Wechsel wie bisher und ab Montag dann nur noch Efflumidex Augentropfen. Keine Schmerzen, keine Schmerzmittel. Die Betreuung im JoHo am Samstag war absolut super. Es gab nicht nur die Untersuchung, sondern man hatte auch noch Gelegenheit für ein sehr nettes Gespräch, um die ein oder andere Frage beantwortet zu bekommen. Daumen hoch dafür!
Der Samstag war übrigens der 1. Tag nach der Operation, an dem ich - und das auch erst während der Untersuchung - selbst mein Auge geöffnet habe und anschließend auch offen ließ. Der Blick durch Milchglas, aber sonst okay. Die Sonnenbrille brauchte ich auf jeden Fall. Das Highlight war, dass ich Klitschko gucken konnte, auch wenn der Kampf ja nicht der Rede wert war.
Heute ist Sonntag und ich habe absolut keine Schmerzen im Moment. Immer noch der milchige Blick, aber Sorgen macht mir das immer noch nicht. Ich will mein Auge nicht überanstrengen, achte ein bisschen drauf. Ich gehe Dienstag wieder zum Arzt und denke, dass ich allerspätestens am 30.03. wieder arbeiten gehe.
Letztendlich ist das Gröbste also geschafft und rückblickend möchte ich sagen, dass die Schmerzen, vor denen ich so Angst hatte zwar kamen, aber auch schnell wieder gingen. Sollte noch jemand so ein Weichei wie ich sein dem möchte ich Mut machen, denn "Horrorschmerzen" waren es definitiv nicht. Nehmt euch Zeit für die Genesung. Wunderheilung würde ich nicht erwarten. Plant ruhig 2-3 Tage totale Auszeit ein und sorgt für eine gute Versorgung in der Zeit, dann passt das
Gruß
Gunnar
___________________________________________
"Was davor geschah...":
Hallo zusammen.
Nach nun, ich weiß es gar nicht genau, vielleicht 8 Jahren mit meinem Keratokonus ist es soweit: eine 1. OP naht. Ich lasse die Vernetzung an meinem rechten, besseren Auge durchführen. Das linke Auge hat zwar schon ein paar Risse am Hornhautrand, mal vereinfacht ausgedrückt (die Oberärztin sagte, man könne es mit Schwangerschaftsstreifen vergleichen), aber es ist eben eh schon das schlechtere und ich möchte doch lieber erst mal die noch relativ gute Sehleistung des besseren Auges "konservieren".
Vor 6 Wochen war die Voruntersuchung in Dortmund, die, unglaublich aber wahr, nur 1,5 Stunden gedauert hat - und ich bin Kassenpatient
Also morgen geht's, so richtig freuen kann ich mich irgendwie nicht, endlich los. Ich bin hin und hergerissen aufgrund der Horromeldungen hier, denn ich bin auch eine totale Memme
Gruß
Gunnar