Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: viewtopic.php?t=6501

Reisepass und biometrisches Merkmal "Retina-scan"

Tipps und Tricks zum Umgang mit Keratokonus in Beruf und Freizeit. Erfahrungen mit Hilfsmitteln und psychologischer Beratung bei chronischen Krankheiten.
namtongsaeng
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Joined: 2007-11-12, 11:08

Reisepass und biometrisches Merkmal "Retina-scan"

Post by namtongsaeng »

Hallo, ab Mitte nächsten Jahres sollen in den Reisepässen neben den im Reisepass vermerkten Daten, dem Passbild und den Fingerabdrücken (bereits implementiert) auch ein Abbild der Netzhaut als biometrisches Merkmal in dem integrierten RFID-Chip gespeichert werden.

Welche Auswirkungen wird dies auf Keratokonus- Betroffene haben? Da sich die Hornhaut stetig und unregelmäßig verändert, wird zwangsläufig wohl auch die (opische) Abbildung der Netzhaut anders ausfallen... Werden "wir" in Zukunft dadurch Probleme beim Grenzübertritt bekommen?

Weiß jemand darüber schon mehr (evtl. durch Sicherheitsmaßnahmen im eigenen Betrieb betroffen etc.)?

Vielen Dank schon einmal!
Michael
-
Posts: 35
Joined: 2007-07-10, 19:27
KC-Experience: KK-Diagnose seit Januar 07. Am linkem Auge am 9.8.07 Hornhauttransplantation im UKE/ Hamburg. Rechtes Auge ist relativ OK (leicht weitsichtig: +1.0). KK könnte rechts zum Stillstand gekommen sein, bevor dort Beschwerden aufgetreten sind.

Post by Michael »

Grundsätzlich dient die Speicherung biometrischer Merkmale auf Reisepässen der sicheren Identifikation. Je mehr Merkmale ich erfasse, desto sicherer ist die Identifikation. In den meisten Fällen reicht das Lichtbild plus Fingerabdruck aus.
Die Überlegungen ein Abbild der Netzhaut oder des Irismusters zu speichern sind mir nicht unbekannt. Ich habe allerdings starke Zweifel, ob das so schnell geht, da ich mit dieser Problematik in Zusammenhang mit Fingerabdrücken beruflich vertraut bin. Dagegen spricht der hohe logistische und finanzielle Aufwand bei Passämtern (Aufnahmegeräte) und Grenzkontrollstellen (Lese-/Vergleichsgeräte). Die Stückpreise liegen zurzeit jenseits von 10.000 Euro. Wenn ich jetzt jede Grenzkontrollstelle und jedes Einwohneramt mit mehreren Geräten (und sei es nur ein Ersatzgerät) ausstatten will, kommt schon ein nettes Sümmchen zusammen. Aber: Irgendwann wird das wahrscheinlich passieren.

Einen Zusammenhang zwischen Hornhautveränderung (= vorne) und Netzhautabbild (= hinten) sehe ich eigentlich nicht. Wenn dem so wäre, hätte jeder "normale" Brillenträger" damit zu tun. Bei dem ist die Hornhaut im Laufe seines Lebens in der Regel auch unterschiedlich gekrümmt.

Viele Grüße

Michael
namtongsaeng
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Joined: 2007-11-12, 11:08

Post by namtongsaeng »

Hallo Michael,

vielen Dank für die Antwort. Einmal abgesehen von den Aspekten praktisch-politischer Natur und möglichen Kosten für eine flächendeckende Einrichtung etc. Ich habe noch einmal nachgelesen, und so wie es aussieht, wird wohl als drittes biometrisches Merkmal nicht ein Retina-, sondern ein Iris-Scan werden. (Quelle: Tagesschau, neuer-reisepass.de (private Seite), div. Beiträge auf heise.de)

Der Zusammenhang zwischen Hornhautveränderung und Netzhautabbild liegt für mich auf der Hand: Das Auge selbst ist ein Teil des optischen Messsystems, welches sich im Falle von KK sehr stark im Laufe der Zeit verändert. Das Referenz-Abbild der Retina, was mehrere Jahre alt sein kann, ist zur Zeit der Aufnahme mit einer möglicher Weise gänzlich anderen Optik (Hornhaut) gemessen worden, als das aktuelle Bild, welches der der Scanner zum Zeitpunkt eines weiter fortgeschrittenem Krankheitsverlaufes aufnimmt.
Natürlich kann die Bilderkennungssoftware auch innerhalb gewisser Toleranzgrenzen arbeiten, aber bis wie weit reichen diese? Kommen diese mit den üblichen Verzerrungen, Geisterabbildungen oder Verwischungen klar?
"Normale Brillenträger" haben diese Probleme i.A. nicht (langsame Erschlaffung der Linse, deformierter Augenkörper etc...), da dies alles i.d.R. keine akuten Änderungen der Augen-Optik und das Referenzbild innerhalb etlicher Jahre vermutlich nicht geändert werden braucht...

Nun gut, da der Iris-Scan diesbezüglich wesentlich weniger störanfälliger ist (trifft genauso auch Betroffene von Glaukom oder grauem Star etc.), hätte sich meine Frage damit auch schon wieder erledigt. Ein persönliches Restinteresse an evtl. Erfahrungsberichten von KK-Betroffenen mit diesem Sicherheitsverfahren bleibt allerdings nach wie vor. :wink:

Vielen Dank noch einmal,

Eric
LBH49
-
Posts: 52
Joined: 2007-02-03, 17:02
KC-Experience: KC beidäugig, li. Auge 1987 transplantiert (Prof. Meyer in OS), re . Auge mit langsamerer Entwicklung; März 2007 Re-Keratoplastik li. Auge (mit Titanring) + re. Auge cirkuläre Keratotomie (Dr. Krumeich)
Geblieben ist auf dem linken Auge ein Glaukom postoperativ, das mit Cosopt vollständigt behandelbar ist und bisher keine Schäden am Sehnerv verursacht hat.
Keratoconus since: 1982, bis zur konkreten Diagnose vergingen etwa 2 Jahre
Experience with eyeglasses / lenses: KC-Kunden sind des Optikers bester Freund!
Operationen: Keratoplastik li. Auge 1987, Re-Keratoplastik 2007;
Cirkuläre Keratotomie re. Auge 2007

Post by LBH49 »

Na ja,

ein kleiner Unterschied zwischen einem "Retina-Scan" und einem "Iris-Scan" besteht dann - rein ophtalmologisch gesehen - ja wohl doch schon...
Interessant dürfte der Iris-Scan für die Patienten werden, die nach einer PKP einen Titanring über der Iris tragen!?! Hier ließe sich bereits schon heute trefflich darüber fabulieren, welche Konsequenzen dies nach sich ziehen könnte.

Frdl. Gruß

Ludwig
Luca
-
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Joined: 2007-03-20, 23:03

Post by Luca »

Retina Scan so ein Blödsinn, halte ich nichts von. Aber das hat hiermit eher nichts zu tun :P