nach meinen Transplantationen 1991 und 1997 glaubte ich, dass der Keratokonus für mich abgehakt sei.
Das war ein Irrtum! Meine Hornhäute waren all die Jahre hindurch nie stabil; neue, immer stärkere Brillen waren, in immer kürzeren Abständen, notwendig, Kontaktlinsen hielten nicht mehr in den Augen, Korrektur-OPs wurden durchgeführt, waren aber nur kurzzeitig erfolgreich.
Postoperativer Astigmatismus stand in den Arztbriefen. Ich konnte damit nichts anfangen und auch meine Nachfrage zu diesem Thema hier im Forum blieb ohne Erfolg.
Für meinen Augenarzt war ich ein Rätsel. Meine Hornhäute waren klar und reizfrei, trotzdem ging es mit meinem Sehvermögen immer mehr in den Keller. So landete ich wieder in einer Uniklinik. Dort wurden mir zur Lösung des Problems Re-Transplantationen vorgeschlagen. 2022 wurde am linken Auge neu transplantiert.
In den Arztbriefen stand jetzt, neben dem „Postoperativen Astigmatismus“ auch der Begriff „Transplantatektasie“.
Das Thema hat mich in den letzten Wochen sehr beschäftigt und ich habe versucht, mich schlau zu machen.
Hier meine „Funde“:
Als Transplantat-Ektasie wird eine seltene postoperative Komplikation bezeichnet, bei der das transplantierte Hornhautgewebe nach einer perforierenden Keratoplastik erneut eine Ausdünnung und Vorwölbung entwickelt.
Ursachen können sein:
- Das Spendergewebe kann im Laufe der Zeit biomechanisch nachgeben; es kann sich also im Transplantat ein neuer irregulärer Astigmatismus entwickeln.
- Das Empfängergewebe um das Transplantat herum kann weiterhin Veränderungen zeigen, d.h., dort kann der Keratokonus weitergehen. Das Transplantat selber ist dann zwar gesund und verändert sich in sich nicht, aber das kranke Eigengewebe gibt nach. Dadurch tritt das Transplantat im gesamten nach vorne, oder es „kippt“ nach oben, unten oder seitlich weg, mit entsprechenden Auswirkungen bzgl. des Sehens.
Als mögliche Therapien wurden genannt:
- Korneales Crosslinking
- Sklerallinsen oder Hybridlinsen
- Intrastromale Ringsegmente
- Lamelläre oder erneute perforierende Keratoplastik
Jetzt wurden Sklerallinsen angepasst und die Tests sind vielversprechend.
Liebe Grüße
Martin