Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: viewtopic.php?t=6501

Monokulare Doppelbilder durch Keratokonus?

Der individuelle "Weg" bis zur Diagnose - was ist Keratokonus, habe ich überhaupt Keratokonus, was kann Man/Frau tun?.
Nisto
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Monokulare Doppelbilder durch Keratokonus?

Post by Nisto »

Hallo zusammen,

bislang zählte ich zu den stillen Lesern in diesem Forum und das möchte ich gerne mit diesem Beitrag ändern.
Ich bin 28 Jahre alt und seit 2013 (Sehtest Führerschein) Brillenträger. Meine Augenwerte haben sich seit 2013 nicht erwähnenswert geändert.

Angefangen hat alles vor ca. 1 Jahr mit monokulare Doppelbilder auf beiden Augen jeweils gleich ausgeprägt.
Ich lag Abends auf der Couch und habe das RTL Logo doppelt nach unten versetzt gesehen und mir direkt erstmal Sorgen gemacht.

Dasselbe habe ich mittlerweile bei allen Schriftzügen in der Dunkelheit. Tagsüber fallen die Doppelbilder nicht mehr auf.
Je weiter ich mich einem Doppelbilder entferne, desto tiefer mehr rückt es nach unten, je näher ich dran gehe, desto höher rückt es zu einem ganzen Bild wieder zusammen.

Vor 4 Jahren war ich in der Augenklinik am Neumarkt und dort wurden meine Augen gründlich untersucht. Die Untersuchung ergab, dass ich zwar meine Augen nicht lasern lassen kann, aufgrund einer hohen Hornhautverkrümmung auf beiden Augen, aber auch das ich keine Erkrankungen an den Augen habe.

Aufgrund meiner Doppelbilder bin ich vor 2 Monaten wieder in die Augenklinik nach Köln gefahren und habe erneut meine Augen untersuchen lassen. In der Augenklinik wurde mir mitgeteilt, das meine Augen sich in den 4 Jahren nicht verschlechtert haben und das mein linkes Auge sogar 0,25 Dioptrien (Hornhautverkrümmung) besser geworden wäre.
Die Werte würde alle an der Grenze zu einem Keratokonus liegen, aber dies könnte man jetzt nach 4 Jahren ausschließen.

Zumindest wenn ein Keratokonus vorliegen würde wäre dieser nicht progressiv.
Ich kann mir selber nur vorstellen, wenn es ein Keratokonus wäre das er sich im Jugendalter entwickelt hat und seit 2013 zum Stillstand gekommen ist und sich nicht mehr verändert hat.

Ich mache mich selber auch nicht verrückt und hoffe auch das kein Keratokonus vorliegt.
Mit meiner Brille komme ich auf 100% Sehstärke und die Doppelbilder sind auch zu 90% verschwunden.

Die Frage die ich mir nur manchmal stelle ist warum ich plötzlich überhaupt Doppelbilder bekommen habe und ob diese irgendwann wieder vollständig verschwinden. Die Augenärzte sagen bei einer stärkeren Hornhautverkrümmung wäre das nichts ungewöhnliches, aber schließlich hatte ich die Doppelbilder die letzten Jahre auch nicht. Die Doppelbilder waren plötzlich einfach über Nacht da.
Weitere Beschwerden habe ich mit meinen Augen nicht und mit meiner Brille erreiche ich auch einen sehr guten Visus von 100%.

Vielen Dank schon mal fürs lesen.
Deleted User 14173

Re: Monokulare Doppelbilder Keratokonus?

Post by Deleted User 14173 »

Hi,

Ich glaube, das Phänomen kennen einige hier. Ich unter anderem auch. Bei einer normalen, starken Hornhautverkrümmung stehen die Achsen sehr regulär zueinander, da sind Doppelbilder möglich, diese müssten dann aber sehr regulär zueinander stehen. Beim KK "sabbern" die Bilder oft vor allem nach unten weg und stehen teilweise leicht schräg über dem Original. Das ist aber sehr unterschiedlich je nach Form und Lage.

Bei mir kam das auch über Nacht. Dann beginnt oft dieses Spiel, dass man Augen vergleicht und darauf achtet, was subjektiv für Verschlimmerung sorgt, auch wenn objektiv nichts passiert. Mir wurde in einer Uniklinik gesagt, dass das Sehen ein komplexer Vorgang ist und kein Auge wirklich perfekt beschaffen ist (Hornhaut, Linse, Glaskörper, Netzhaut). Das Hirn blendet wohl im Normalfall und bei kleineren bis mittleren Irregularitäten sehr vieles aus. Wenn man jetzt darauf achtet, dann "lernt" das Hirn diesen Seheindruck mit. Wenn ich in den Abendstunden beschäftigt oder sportlich aktiv bin, fallen mir die Dopplungen/Schlieren fast nicht auf, sobald ich bewusst daran denke, sind die Effekte wieder in vollem Umfang oder gefühlt stärker da.

Natürlich kann das Gehirn nicht unendlich Fehler ausblenden, vor allem Fehler höherer Ordnung brauchen eine Korrektur, sodass das Herausrechnen wieder möglich wird. So wie manche "Sehschule" behauptet, man könnte mit Training eine Hornhautverkrümmung einfach "weggucken", ist es aber nicht. Das mag vielleicht bei ganz milden Formen möglich sein, aber nicht bei größeren Verkrümmmungen, egal ob regulär oder irregulär.

Liebe Grüße

Manu
andreas
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Seitdem ich Rentner bin, kann ich mir meine Zeit / Pausen sehr viel großzügiger einteilen; trotz der regelmäßigen Struktur, die ich meinem Rentnerleben gegeben habe.
Keratoconus since: Die erste richtige Diagnose kam so 1978 - erst irregulärer Astigmatismus, dann Keratokonus. Bis zur richtigen Diagnose habe ich ca. 10 Augenärzte und 3-4 Jahre gebraucht. Seit ca. 2006 stabil in rechts Stufe II-III: links I-II; kaum Veränderungen bei Scanns in 4-6-Jahres-Abständen
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Re: Monokulare Doppelbilder Keratokonus?

Post by andreas »

Hallo Nisto, hallo Manu,

ja, diese Doppelbilder kennen fast alle mit Keratokonus.

Ich habe gerade zufällig einen Video-Beitrag der NKCF gesehen, in dem u.a. dieses Phänomen kurz besprochen wird. Es ist die Epiode 15 "Can Contact Lenses Cure Keratoconus?" - Abschnitt 4 und 5.

In den Abschnitten 4 und 5 referiert Dr. Feng über seine Erfahrungen (bzw. die Erfahrungen seiner Patienten) über diese Doppelbilder.

Dr. Feng spricht auch über ein System, diese Doppelbilder zu reduzieren - ich habe noch nicht ganz verstanden, was "noise-canceling contact lenses" sind und ob es diese bereits irgendwo zu kaufen gibt. Aber ich werde mal versuchen etwas herauszufinden. Falls ihr etwas hört, würde mich das sehr interessieren.

Meine Konzentration und meine Englischkenntnisse haben leider nicht gereicht, um vollständig zu verstehen, was dort über die Reduktion der Doppelbilder besprochen wurde - aber ich werde es in den nächsten Tagen noch mal probieren.

VG Andreas

PS: Ich versuche mich selbst zu trainieren nicht zu sehr auf diese Doppelbilder zu achten, sie gewissermaßen zu "übersehen" (soweit das möglich ist). Außerdem richte ich mir Bildschirm, Helligkeit, Schriftgröße, etc. immer möglichst so ein, dass die Doppelbilder möglichst wenig auffallen. Das funktioniert meistens recht gut.



https://nkcf.org/ask-the-expert-chang-reaction-2/
Nisto
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Re: Monokulare Doppelbilder Keratokonus?

Post by Nisto »

Danke schon mal für eure Antworten.

Ich würde noch gerne dazu ergänzen, das mir auch von ein Crosslinking abgeraten wurde, weil meine Hornhaut sehr gut aussehen würde.
Die Hornhaut wäre schön transparent, nicht vernarbt und regulär - So habe ich das zumindest verstanden.

Mir ist noch aufgefallen, das ich praktisch verstreute Lichtstrahlen von Lichtquellen in der Dunkelheit wahrnehme.
Wenn ich mir eine Lampe anschaue, habe ich immer von der Lampe abgehend einen Lichtstrahl und dieser ist auch im Auge zu sehen, wenn ich mit meinen Finger den Strahl verdeckte. Erst wenn ich die Lichtquelle mit meinem Finger abdecke am Auge ist auch der Lichtstrahl komplett weg.
Ich denke mal das liegt an der Hornhautverkrümmung ist mir aber vorher auch noch nie wirklich aufgefallen.

Als ich in der Augenklinik in Köln war, habe ich mit meinem guten linken sehenden Auge 80% Sehschärfe erreicht ohne Sehhilfe.
Die Augenärztin sagt das liegt daran das meine Hornhaut sehr regulär wäre und dadurch würde sich diese schon wieder fast ausgleichen.

Ich stelle mir halt nur die Frage ob ich jetzt wirklich keinen Keratokonus habe, sondern nur eine starke Hornhautverkrümmung oder eine forme fruste Form vom Keratokonus, das der Keratokonus halt zum Stillstand gekommen ist.

Verstehe nur nicht das sich meine Augenwerte nicht verschlechtert haben, weil wenn ich plötzlich Doppelbilder sehe muss doch irgendetwas organisch an den Augen passiert sein - So würde ich das jetzt als Laie denken.
Mein Augenarzt hat mir auch gesagt das seit 2012 die Werte stabil sind und es wurde auch nie von Keratokonus gesprochen. Immer nur von einer starken Hornhautverkrümmung.

Im Endeffekt kann ich so sehr gut mit meiner Brille leben so lange es nicht schlimmer werden würde, das macht mir nur ein wenig Sorgen.
Angenommen ich hätte einen Keratokonus in der fruste Form - Bedeutet das die Krankheit jetzt bis zu meinem Lebensende stillsteht oder kann der Keratokonus auch wieder beginnen sich zu verschlechtern?
KeraToni
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Re: Monokulare Doppelbilder Keratokonus?

Post by KeraToni »

Hallo Nisto,

das ist doch gut, wenn deine Hornhaut so gut aussieht, dass du kein Crosslinking (CXL) brauchst.

Das CXL sollte nur bei Progression durchgeführt werden. Das CXL ist sehr belastend für die Augen; es kann in schlechten Fällen Monate bis 1-2 Jahre dauern, bis sich die Augen wieder beruhigt haben. Oft ist danach die Verträglichkeit für Kontaktlinsen dauerhaft reduziert.

Die Doppelbilder, Lichtstrahlen, Halos, etc. werden durch minimale Veränderungen in der Topographie der Hornhautvorder- und/oder Hornhautrückfläche verursacht; also im Grunde minimaler Veränderungen der Struktur innerhalb der Hornhaut.

Diese Veränderungen sind - insbesondere bei frühen Formen - oft so klein, dass sie noch innerhalb der Messtoleranz der Geräte liegen. So kann sich deine Sicht verändern während sich die Werte nur innerhalb der normalen oberen oder unteren Abweichung verändert haben. (z.B. wenn du 10 Mal hintereinander deine Hornhautzellzahl bestimmst, wird es jedes mal ein geringfügig anderes Ergebnis geben).

Wichtig ist es nur deine beiden Augen dauerhaft „im Blick“ zu haben. Wie das ganze nun heißt ist im Grunde nicht wichtig. Die Grenzen zwischen den einzelnen Formen des Keratokonus, Astigmatismus und starker Hornhautverkrümmung sind fließend und du kannst schon Veränderungen sehen, wenn die Geräte diese noch nicht feststellen können.

Sicher feststellen, ob sich deine Augen verändern kannst du nur über langfristige regelmäßige Scann´s, so alle 1 oder 2 oder 4 Jahre – möglichst immer in der gleichen Klinik, im gleichen Untersuchungsraum, mit den gleichen Geräten, mit den gleichen Geräteeinstellungen, mit den gleichen Bedienern; ...etc. etc.
Denn alles hat einen Einfluss auf die Messwerte. Sogar die Luftfeuchte oder der Staubgehalt der Luft am Messtag. Es wird auch einen Einfluss auf deine Sicht und die Messung haben, ob du am Abend vorher sehr viel z.B. Alkohol getrunken hast oder nicht.

Ganz sicher sein kann man sich nie, ob alles zum Stillstand gekommen ist, aber die Erfahrungen aus ca. 30 Jahren Keratokonus-Forum zeigen, dass wenig Stress eine gute Grundlage für klare Sicht ist. Denn dauerhafter Stress oder ein massiver, negativer Wechsel der Lebensumstände führen oft zu Veränderungen bei der Sicht.

VG KeraToni

Ein Gedanke noch am Rande: Ich habe mir verschiedene Brillen für Sonnenschein und Dämmerung / Nacht machen lassen, indem der Messraum für die Brillenanpassung entsprechend heller/dunkler gemacht wurde bei der Anpassung.
Nisto
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Re: Monokulare Doppelbilder Keratokonus?

Post by Nisto »

Hallo KeraToni,

ich habe jetzt eine Messung von 2018 und dieses Jahr 2022 und der Arzt konnte diese beiden Messungen vergleichen und ist zu dem Ergebnis gekommen das es "wahrscheinlich" kein Keratokonus ist.

Im Endeffekt spielt das jetzt auch im Moment keine große Rolle weil man die Augen alle 1-2 Jahre untersuchen lassen sollte besonders mit einer Hornhautverkrümmung von 2,5 Dioptrien.

Die Doppelbilder haben Anfang des Jahres begonnen als ich umgezogen bin, aber das war eher ein positiver Stress und eine Freude - Stress habe ich zum Glück sowieso nicht so viel in meinem Leben.
Ich hatte da schon sicherlich früher viel stressiger Lebensphasen und da sind meine Augen auch nicht schlechter geworden zum Glück.

Die Empfehlung vom Arzt, alle 2-Jahre-Scans und so bald sich etwas ändert, kann ich immer noch früh genug mir den nächsten Schritt vornehmen.
Ich habe auch vom sanftem Crosslinking mittels Iontophorese (I-CXL) gehört und das man angeblich fast schon wieder am nächsten Tag zur Arbeit kann.
KeraToni
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Re: Monokulare Doppelbilder Keratokonus?

Post by KeraToni »

Na das sind doch mal positive Nachrichten! - Ich wünsche "allzeit gute Sicht".

Wenn die Doppelbilder, Schatten, Strahlen zu sehr stören, kann man ja ggf. mit einer Wellenfront-Brille oder -Kontaktlinse etwas dagegen tun....aber vielleicht kannst du dich auch einfach darauf trainieren, diese Abweichungen zu ignorieren; sie nicht so wichtig zu nehmen - das klappt bei mir ganz gut.

VG KeraToni
Nisto
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Re: Monokulare Doppelbilder Keratokonus?

Post by Nisto »

Ja, ich habe am Anfang extrem darauf geachtet und dadurch ist es noch viel schlimmer geworden. Zumindest meiner Wahrnehmung nach.

Ich habe jetzt auch nach paar Monaten damit gelernt erstmal so zu Leben, weil man die Doppelbilder Tagsüber sowieso nicht wahrnimmt, aber nichts destro trotz möchte ich mich damit noch nicht abfinden - Ich werde es jetzt mal mit 5x am Tag Augentropfen probieren und Augenübungen.

Ich weiß ich bin wahrscheinlich nicht der Erste und eventuell werden mich jetzt auch einige dafür belächeln, aber irgendwas möchte ich probieren.
Hoffentlich ist das alles in Zukunft kein Thema mehr der Keratokonus und andere Augenerkrankungen, die Medizin macht ja in allen Bereichen immer weiter sehr gute Fortschritte.
Nisto
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Re: Monokulare Doppelbilder Keratokonus?

Post by Nisto »

Hallo zusammen,

ich würde mich jetzt gerne noch mal zu Wort melden :)
Im Moment ist es so das ich immer noch monokulare Doppelbilder habe und zwar nach unten und teilweise manchmal nach oben.

Teilweise sehe ich abends vor dem Fernsehen jetzt 2 Doppelbilder nach unten versetzt oder ein Doppelbild nach oben und ein Bild nach unten.
Ganze Lichtquellen, Laternen, Autoscheinwerfer, Ampeln sehe ich 2fach nach unten - Ich glaube man spricht von Mehrfachbilder.

Große Verkehrsschilder sehe ich nach unten doppelt aber nicht als ganzes Bild. Kleinere Verkehrsschilder z.B Geschwindigkeitsschilder sehe ich komplett doppelt nach unten abgebildet.
Die Doppelbilder sind sogar so deutlich das ich ich diese gut erkennen und lesen kann, das stelle ich immer wieder bei Autokennzeichen fest.

Wenn ich mit meinem Wagen einen Auto auf der Autobahn hinterherfahre sehe ich das Kennzeichen nochmal nach unten versetzt und kann das sogar mittlerweile sehr gut erkennen die Buchstaben und Zahlen ohne das ich mir das richtige Bild - also das Kennzeichen wo es wirklich ist anschaue.

Habt ihr auch teilweise solche Doppelbilder? Tagsüber bestehen immer noch keine Doppelbilder oder sonstige Einschränkungen.
Mit der Brille habe ich immer noch einen Visus von 100% und die Doppelbilder verschwinden zu 90% aber nicht komplett.
andreas
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Re: Monokulare Doppelbilder Keratokonus?

Post by andreas »

Hallo,

haben die Augenübungen / häufigen Augentropfen etwas bewirkt?

--------------------------------

Zu deiner Frage: Diese monokularen Doppelbilder gehören zum Keratokonus. Es kann höchstens mal durch Zufall so sein, dass jemand mit Keratokonus keine oder kaum welche hat.

Sie entstehen durch Unregelmäßigkeiten der inneren Hornhautmembranen sowie durch Strukturbrüche im Inneren der normalerweise homogenen Hornhaut, und später zum Teil durch abrupt unterschiedliche Höhenwerte auf der Hornhautvorderfläche und auf der Hornhautrückfläche. Sie treten unabhängig von Unschärfe durch Kurz- oder Weitsichtigkeit auf.

Tagsüber sind sie weniger auffällig, da durch die höhere Helligkeit die Iris weiter geschlossen ist und das Licht so durch eine kleinere Hornhautfläche (= weniger Abweichungen) in das Auge gelangt.

Brille(n) können diese Doppelbilder nicht ausgleichen; Wellenfront-Brillen zum Teil. Kontaktlinsen bringen hier bessere Ergebnisse, wenn sie gut angepasst sind. Am besten sollen die neuen Wellenfront-Sklerallinsen geeignet sein, um die Doppelbilder fast ganz zu reduzieren. Allerdings haben Kontakt- und Sklerallinsen andere Nachteile und bedeuten einen hohen Aufwand für den täglichen Umgang.

Ich persönlich habe mir beigebracht, mich nicht auf die Doppelbilder zu konzentrieren und komme so sehr gut mit mehreren Brille(n) zurecht. Meine Brillen sind von den Achsen her so angepasst, das sich einige der Doppelbilder auf dem rechten und linken Auge gegenseitig ausgleichen / auslöschen.

Einige Dinge gehen dann eben nicht mehr - z.B. in der Dämmerung oder der Nacht Auto fahren (schon gar nicht Regen). Aber dafür finde ich andere, manchmal umständliche und zeitaufwändige Alternativen; aber Zeit hab ich ja.

VG Andreas
Nisto
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Re: Monokulare Doppelbilder durch Keratokonus?

Post by Nisto »

Vielen Dank für deine Antwort.

Die Augenübungen und Augentropfen haben keine Verbesserung gebracht, aber ich habe auch in den letzten Monaten dies nicht konsequent durchgezogen. Die Doppelbilder sind wie du schon beschrieben hast nur abends da bzw machen sich bemerkbar.

Müsste man einen Keratokonus nicht sicher Diagnostizieren können wenn man schon monokulare Doppelbilder hat?
War in 3 verschiedenen Augenkliniken spezialisiert auf Keratokonus und habe trotzdem drei unterschiedliche Ergebnisse bekommen.

Meine Hornhautdicke auf beiden Augen ist im Moment bei 516 und unverändert seit 2018
Ich werde das ganze wohl weiter beobachten und jährlich regelmäßig die Hornhaut Scans machen und hoffen das es sich nicht verschlechtert.
andreas
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Re: Monokulare Doppelbilder durch Keratokonus?

Post by andreas »

Hallo Nisto,

das mit der sicheren Diagnose ist leider nicht so einfach.

Die monokularen Doppelbilder sind meist schon für die Betroffenen sichtbar, wenn im Vorder- und Rückflächenscan noch nichts / kaum etwas angezeigt wird; auch die Hornhautdicke kann noch (fast) normal sein.

Die Unregelmäßigkeiten innerhalb der Hornhaut (Brüche, Fibrosen, etc.), die zu den Doppelbildern führen, sind eigentlich nur mit der superhochauflösenden „optical coherence tomography" (OTC) zu erkennen. Diese Methode wurde zur Untersuchung der hinteren Gewebestruktur, Netzhaut und Augenlinse entwickelt; besonders hoch auflösende Geräte können aber auch die Augenhornhaut in den kleinsten Strukturen darstellen.

Ich bin nicht ganz sicher, wie der Stand der Gerätetechnik ist aber ich glaube, dass selbst die meisten modernen Pentacams (Pachymetrie) nicht die erforderliche detaillierte Auflösung haben um solche Unregelmäßigkeiten innerhalb der Augenhornhaut sicher zu erfassen?

#Wer weiß hier mehr?

Wahrscheinlich muss man/frau schon außerordentliches Glück haben, wenn bei monokularen Doppelbildern gleich so ein OTC-Scan in Betracht gezogen wird.

#Gibt es hier jemanden, mit Erfahrung bei dieser Untersuchung? (Kosten, Verfügbarkeit, ...)

VG Andreas
KeraToni
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Re: Monokulare Doppelbilder durch Keratokonus?

Post by KeraToni »

Hallo Nisto,

leider lassen sich Mikro-Läsionen, Strukturbrüche und Instabilitäten innerhalb der Hornhaut nicht nur Keratokonus zuordnen. Entzündungen, Infektionen, Verletzungen durch äußere Einwirkung oder andere Augenerkrankungen können auch diese Mikro-Verletzungen / -inhomogenitäten hervorrufen.

Das Vorhandensein der monokularen Doppelbilder ist nur einer der „Mosaiksteine“ bei der Diagnose Keratokonus und kann nicht isoliert als eindeutiger Nachweis gewertet werden.

VG
Nisto
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Re: Monokulare Doppelbilder durch Keratokonus?

Post by Nisto »

Hallo Freunde,

ich habe in den letzten Tagen versucht ein paar Fotos zu bearbeiten und meine monokularen Doppelbilder euch mal zu zeigen wie ich diese sehe.
Leider reichen bis jetzt noch meine Bildbearbeitungsfähigkeiten dafür noch nicht aus, aber so bald ich paar Bilder erstellt habe werde ich diese hier noch verlinken.

Wir haben hier auch keinen Optiker/Augenarzt unter uns? Ich würde auch gerne meine Ergebnisse von der Augenklinik (Hornhaut Aufnahmen) zur Verfügung stellen um von jemanden nochmal eine andere Meinung zu erhalten, der sich mit diesen Daten besser auskennt.
Ich sehe Doppelbilder an jeglichen Lichtquellen (Ampeln, Laternen) alles was ich mit meinen Autolicht Abends anleuchte erscheint auch doppelt.
Komplette Verkehrsschilder sehe ich transparent doppelt nach unten. Je näher ich fahre, desto mehr ergänzt sich das Bild zu einem ganzen.

Ich sehe teilweise auch Mehrfachbilder wenn ich mich den eigentlichen Doppelbild weiter entferne. Beim Fernsehen gucken hatte ich einen roten Ladebalken und je weiter ich mich von diesem Balken entfernt habe sind 3-4 monokulare Doppelbilder nach unten erschienen. Ich hatte also 3-4 zusätzliche Ladebalken. Ziemlich verrückt.

Ich habe folgende Werte auf meinen Brillenpass stehen:

R sph +3,75 cyl -4,75 A 0'
L sph +1,25 cyl -2,25 A 1*

Auf dem rechten Auge sehe ich ohne Sehhilfe (Brille) alles komplett nur noch verschwommen und mit Brille komme ich sogar auf 80%
Linkes Auge sehe ich mit Brille meine 100%.

Kann die starke Hornhautverkrümmung auf beiden Augen auch für die monokularen Doppelbilder Schuld sein?
Ich sehe an den Werten das ich eine starke Hornhautverkrümmung habe und weitsichtig bin.

Normalerweise sind die meisten ja auch kurzsichtig wenn man einen Keratokons hätte, oder?
Die Werte haben sich die letzten 5 Jahre nicht verändert.

Vielen lieben Dank
KeraToni
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Re: Monokulare Doppelbilder durch Keratokonus?

Post by KeraToni »

Hallo Nisto,

es gibt einige Muskel und Nervenerkrankungen (oder Verletzungen), die auch Doopelbilder auslösen können. Ebenso wie einige Nebenwirkungen von Medikamenten. Wurden mögliche andere Ursachen, außer Keratokonus, denn schon ausgeschlossen?

Wenn nur die Augenhornhaut als möglicher Auslöser bleibt, vielleicht bekommst du ja irgendwo einen OCT-Scan, mit dem die Ultrafeinstruktur der Augenhornhaut untersucht werden kann.

VG

Beispiele für Doppelbilder = Internet-Suchmaschine: "causes double vision" / "double vision keratoconus"
Nisto
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Re: Monokulare Doppelbilder durch Keratokonus?

Post by Nisto »

Hallo zusammen,

nein so ein Scan wurde bis jetzt noch nicht durchgeführt. Einmal sollte in der Klinik meine Augen weit getropft werden, aber dies wollte ich nicht weil ich danach Fahruntüchtig gewesen wäre. Meine Werte sind auch alle an der Grenze zum Keratokonus, aber die Klinik meinte daraufhin das es keiner wäre und es auch eigentlich keine Rolle spielen würde , weil man die Hornhaut in regelmäßigen Abständen sowieso kontrollieren sollte (alle 2 Jahre).

Ich werde das mal beim nächsten Gespräch mit dem Arzt ansprechen. Wenn ich durch eine Lochblende schaue sind die Doppelbilder aufjedenfall alle weg, deshalb bin ich mir ziemlich sicher das es doch von der Hornhaut kommt.
Nisto
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Re: Monokulare Doppelbilder durch Keratokonus?

Post by Nisto »

Hallo Freunde,

kurzes Update zu meinem Anliegen. Meine monokularen Doppelbilder sind immer noch gleich stark da und ohne meine Brille stärker.

Meine neue Brille korrigiert die DB ganz gut, aber es bleibt immer noch ein Restfehler bestehen... wahrscheinlich kann eine Brille aufgrund meiner

hohen Hornhautverkrümmung nicht korrigieren (2,25 Doptrien). Zusätzlich wollte ich noch anmerken das ich glaube das es keine Dopplbilder sondern

Ghostings sind z.B sehe ich die Red Bull Dose jetzt nicht doppelt sondern nur das Red Bull Logo doppelt also die Schrift...

Ich werde in 3-4 Monaten nochmal meine Hornhaut Scanen lassen und mich bei euch melden, ob sich irgendwas an der Hornhaut verändert hat.

Viele Grüße
Marcel
Nisto
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Myoring Bericht nach 1,5 Jahre und 0,5 Jahre

Post by Nisto »

Hallo zusammen,

bei mir besteht bis jetzt noch eine Verdachtsdiagnose. Ich komme mit meiner Brille auf eine Sehstärke von 100% auf meinen guten Auge.
Ich habe das Problem mit den Halos überhaupt nicht, bei mir ist das so das ich nur alles monokular Doppelt sehe und ohne Brille sehr extrem.

Habt ihr auch monokulare Doppelbilder?

P.S Unscharf ist auch alles
Nisto
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Re: Monokulare Doppelbilder durch Keratokonus?

Post by Nisto »

Hallo Freunde,

nochmal ein kleines Update zu meinen monokularen Doppelbilder. Leider sind diese immer noch da und bei Dunkelheit viel stärker ausgeprägt.
Tagsüber fallen die DB überhaupt nicht auf und ich kann ganz normal meinen Alltag mit Brille bestreiten, aber Abends gerade vor dem Fernsehen oder
Computer wird es echt nervig.

Die Brille korrigiert leider auch die monokularen Bilder nicht richtig. Ich habe unten mal ein Link hinzugefügt, wie es bei mir ohne Sehhilfe ausschaut bei Dunkelheit. Wenn ich meine Brille trage sind die doppel Bilder zu 90% verschwunden und transparent aber immer noch da.

Sind die monokularen Doppelbilder bei euch auch so ausgeprägt oder sogar noch stärker?

Helfen harte Kontaktlinsen?

Viele Grüße
Marcel

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khi
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Nach anfänglichen Versuchen mit Speziallinsen komme ich mit einer Brille ganz leidlich zurecht.
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Re: Monokulare Doppelbilder durch Keratokonus?

Post by khi »

Hallo Marcel,

Das was du da beschreibst, kommt mir ziemlich bekannt vor.
Bei mir wurde schon sehr früh der Keratokonus diagnostiziert.
Und bei mir äußerte sich das ganz genau so, wie du es beschreibst.
Ich muss dir leider auch sagen, dass da noch deutlich „Luft nach unten“ ist. Auf meinem rechten Auge sind die Mehrfachbilder noch deutlich ausgeprägter. Lesen kann ich damit leider nicht mehr.
Mein besseres linkes Auge wird langsam aber stetig auch schlechter obwohl mir das letzte Mal der Arzt an der Augenklinik gesagt hatte, dass der KK sich wohl nicht mehr weiterentwickeln würde.
Da hat er sich leider geirrt. Meine Erfahrung ist, dass es eine schubweise Verschlechterung gibt. Nach längeren Phasen ohne bemerkenswerten Veränderungen kommt es wieder zu Verschlechterungen.
Harte Linsen können schon deutliche Verbesserungen bringen, haben bei mir aber auch keine Wunder vollbracht.
Da ich relativ trockene Augen habe, vertrug ich die Linsen sehr schlecht und habe sie dann nicht mehr benutzt.
Es gab damals auch Stimmen, die gemeint haben, dass die Linsen die Hornhaut zusätzlich strapazieren und das Fortschreiten beschleunigen. Das kann ich mir gut vorstellen, ich glaube nicht, dass ich so lange „durchgehalten“ hätte mit Linsen.
Ich bin jetzt aber an einem Punkt, wo ich wohl irgendwas machen muss. Es geht langsam einfach nicht mehr.
Wenn ich deine Schilderungen so lese, würde ich vermuten, dass sich der Prozess fortsetzen wird, wenn auch langsam.
Wenn man davon ausgeht, dass das CXL was bringt, würde ich mal darüber nachdenken. Das kann aber nur den Status Quo einfrieren, macht die Sache aber normalerweise nicht mehr besser.
Man muss gut abwägen, ob man die Risiken in Kauf nimmt. Wartet man aber zu lange, friert man halt einen immer schlechteren optischen Stand ein.

Viele Grüße,
Karl-Heinz
Nisto
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Re: Monokulare Doppelbilder durch Keratokonus?

Post by Nisto »

Hallo zusammen,

ich möchte auch hier einmal ein kleines Update verfassen nachdem ich mich seit über einem halben Jahr nicht mehr gemeldet habe :)

Vor ein paar Tagen habe ich mich ausversehen auf meine Brille gesetzt und daraufhin ist diese kaputt gegangen und ich bin direkt am nächsten Tag zum Optiker gelaufen. Vor Ort wurden meine Augen mit einem Gerät überprüft und es wurde jetzt festgestellt das die Augen um eine halbe Dioptrien schlechter geworden sind.

Ich habe einen Sehtest gemacht und komme mit der neuen Brille mit auf dem guten linken Auge auf 100% und rechts 80% Sehstärke.
Die Sehqualität ist aber nur auf dem linken Auge gut... ihr wisst was ich meine :)

Am 30 September bin ich in der Augenklinik Dr Breyer in Düsseldorf und dort werden meine Augen umfangreich die Hornhaut untersucht.

Der letzte Scan ist mittlerweile auch ca fast 2 Jahre her. Ich werde euch dann ein neues Update geben und bin echt mal gespannt ob sich etwas jetzt auch verändert hat.

Mittlerweile trage ich nur eine Brille und komme damit sehr gut zurecht. Die monokularen Doppelbilder sind unverändert und ich kann diese jetzt auch gut akzeptieren. Ich habe auch keine andere Wahl im Moment außer halt vielleicht es noch mit harten Kontaktlinsen früher oder später zu probieren.
Nisto
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Re: Monokulare Doppelbilder durch Keratokonus?

Post by Nisto »

Hallo Freunde :)

ich war diese Woche Montag in der Augenklinik Dr Breyer in Düsseldorf und dort wurde nach genau 2 Jahren meine Hornhaut gescannt.

Ich wollte eigentlich diesen Termin verschieben und vor mir her schieben, weil ich Angst hatte das sich mein Keratokonus verschlechtert hat und ein
Crosslinking notwendig wird. Ich weiß das Warten keine Option ist und das ein Crosslinking auch im Vergleich zu anderen Eingriffen harmlos ist.
Trotzdem hoffe ich das sich mein Keratokonus nicht weiter mehr verschlechtern wird. Ich bin jetzt 29 Jahre alt.

Aufjedenfall hatten meine Augen an diesem Tag einen Sahnetag. Ich konnte ohne Brille beim Visus Test auf dem linken Auge 100% und rechts 60%
erreichen. Mit der Sehhilfe konnte ich links 150% und rechts 80% erreichen.
Auf dem linken Auge hat eine minimale Verschlechterung stattgefunden aber laut Doktor Breyer ist im moment absolut kein Eingriff an den Augen notwendig, aber ich soll in 2 Jahren wieder meine Augen untersuchen lassen.

Die Dioptrien hat sich überhaupt nicht verändert und die Werte sind exakt gleich. Mein Optiker hatte noch von einer halben Dioptrien gesprochen und die neuen Brillengläser hätte ich mir theoretisch sparen können... ich finde die neue Brille vom empfinden her auch etwas zu stark...

Die Hornhautdicke ist auf dem linken und rechten Augen etwas dünner geworden von 516 auf 510.
Insgesamt bin ich sehr Zufrieden mit diesem Ergebnis
Nisto
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Re: Monokulare Doppelbilder durch Keratokonus?

Post by Nisto »

Hallo zusammen,

ich wollte euch schon seit ein paar Wochen ein Update geben – jetzt nehme ich mir endlich die Zeit dafür. In meinem Leben ist zum Glück sehr viel Positives passiert.

Meinen ersten Beitrag habe ich vor vielen Jahren geschrieben, damals wusste ich noch nicht einmal sicher, ob ich überhaupt Keratokonus habe und wie sich das in Zukunft auf mein Leben auswirken würde. Heute weiß ich, dass meine monokularen Doppelbilder vom Keratokonus kommen, aber zum Glück habe ich keine wirklichen Einschränkungen und kann damit sehr gut leben. Ich trage nur eine Brille und erreiche damit links 100 % und rechts 80 %.

Inzwischen bin ich auch verheiratet und Familienvater geworden. Meine kleine Tochter kam im Sommer – sogar an meinem Geburtstag – zur Welt.

Nun zum eigentlichen Thema: Ich bin mittlerweile 30 Jahre alt und mein Keratokonus ist seit dem ersten Hornhautscan stabil. Es hat sich zum Glück wirklich nichts verändert. Ich gehe alle zwei Jahre zur Kontrolle und trage keine Kontaktlinsen, möchte es aber in Zukunft nochmal ausprobieren. Mit meinem Sehen bin ich insgesamt sehr zufrieden und ich glaube, ich darf mich wirklich nicht beschweren.

Interessant fand ich, dass mir bei der letzten Kontrolluntersuchung im Januar CAIRS angeboten wurde. Man sagte mir, dass es derzeit sogar von der Krankenkasse übernommen wird, da es als eine Form der Hornhauttransplantation gilt. Durch diese OP könnte man mir zwar nicht versprechen, dass ich keine Brille mehr brauche, aber die Doppelbilder könnten verschwinden und die Korrekturmöglichkeiten wären eventuell besser.

Trotzdem habe ich mich dagegen entschieden. Das Risiko ist in meiner Situation zwar sehr gering, aber ich habe der Ärztin gesagt, dass ich so zufrieden bin, wie es jetzt ist, und in meinem Fall kein Risiko eingehen möchte. Ich sehe dafür einfach zu gut.

Ich wünsche euch weiterhin viel Kraft – wir hören uns! :)
Mart54
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KC-Experience: Karrierebeginn 1973 - KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, 2024 li - Transplantatreaktion re 1994 - Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 - KK war in der ganzen Zeit nie stabil.
Keratoconus since: Diagnose mit 19
Experience with eyeglasses / lenses: erste KL 1973, nur rechts, war kaum auszuhalten.
1975 KL für beide Augen, Optiker Optenkamp Heilbronn, klasse Betreuung, Tragezeit 3 - 4 h/Tag, 1978 KL angepasst in der Uni Tübingen, hochgasdurchlässig, Tragzeit jetzt 10 bis 12 h/Tag, Wochenenden KL-frei.
1991 KPL re, danach nur noch KL li, re Korr. mit Brille. 1997 KPL li, danach nur noch Brille, zeitweise ein Auge nicht voll korrigiert wegen zu unterschiedlicher Glasstärken. 2013 neuer Versuch mit KL. KL fielen ständig aus den Augen. 2017 OP Grauer Star, jetzt nur noch Brille, aber schlechter Visus. Sklerallinsen seit April 2025 - Tragezeit ca 6 Stunden am Tag
Operationen: KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, DMEK 2024 li -
Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 -
Grauer Star re und li 2017
Begeiterscheinungen: Transplantatektasie li u. re
Map-Dot-Fingerprint Dystrophie + Salzmannknoten li
Trockene Augen, hohe Lichtempfindlichkeit, Schatten an Buchstaben, Strahlenkränze um Lichtquellen, Nachtblindheit

Depression, Überlastung

Verschlechterung durch Stress
Mögliche Ursachen: Jeder möchte doch erben, ich hab! Meine Oma hatte auch KK.
Ich über mich: verheiratet, 2 Töchter, 4 Enkel
Singen, Lesen (lassen), Geschichte, Religion
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Re: Monokulare Doppelbilder durch Keratokonus?

Post by Mart54 »

Hallo Nisto,

vielen Dank für Deine Info.

Einige Dinge würden mich noch interessieren:
  • Welcher Augenarzt oder welche Klinik hat Dir die Empfehlung für die OP und die Info zum Kostenträger bzw. der Kostenübernahme durch die Krankenkasse gegeben?
  • Was war die Begründung Deines Augenarztes für die aus seiner Sicht Notwendigkeit OP - Dein Visus oder die Doppelbilder?
Nach Deinem Post habe ich begeistert gegoogelt.

Das Ergebnis war für mich ernüchternd:
  • CAIRS steht nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen.
  • Die Kosten der OP können in begründeten Fällen von den Kassen übernommen werden.
  • Welche Infos hast Du dazu?
  • Welche Infos haben andere ForumuserInnen?
Vor einiger Zeit war beim Stammtisch ein Kollege, der von einer CAIR-OP in Augsburg berichtete. Vielleicht könnte der nochmals etwas zum Thema beitragen.

Für mich persönlich wird das Thema schon wieder sehr komplex und verzettelt sich im Forum.

Aus meiner Sicht wäre es notwendig, das die Verfahren grundsätzlich dargestellt serden um deren Vor- und Nachteile offen diskutieren zukönnen.

CAIRs wird an vielen Deutschen Kliniken angeboten. FETMO ist eine Info bezüglich der "Tunnelung" fürs Transplantat - manuell oder via Laser.

Wer von uns kann entscheiden, welche Methode die für ihn/sie bessere ist? Schaffen wir hier eine Grundlage zur Entscheidung,

Aber das ist eigentlich ein neuer Themenblock.

Liebe Grüße
Martin
"Wir müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen."
(Mahatma Gandhi)