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"Umgang" mit dem Arbeitgeber (GDB / Schwerbehinderung)
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josim69
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- KC-Experience: z.B.: Erste Diagnose 199x, bei Augenarzt xxxxx / Klinik xxxx
z.B.: Erste Vernetzung: links, 200x, Hamburg, Klinik xxxxx
z.B.: Erste Transplantation: rechts, 201x, München, Klinik xxxxx
"Umgang" mit dem Arbeitgeber (GDB / Schwerbehinderung)
ich bin jetzt 48 Jahre alt und jetzt seit fast 30 Jahren von dem KK betroffen. Bisher hatte ich das auch ganz gut im Griff, aber nach dem letzten Schub (mit angepassten Linsen sehe ich links noch 50 %, rechts bin ich bei 70 %, KK Stufe 3) frage ich mich, wie ich die kommenden 19 Jahre bis zur Regelrente noch schaffen soll.
Mein Arbeitgeber kennt mein Augenproblem nicht, da sich bisher alle Sichtmängel noch nicht auf meine Leistung ausgewirkt haben. Ich selbst sehe natürlich meine Defizite bzw. durch die Erkrankung brachliegendes eigenes Potential. Zu meiner Arbeit: Ich bin im IT Bereich beschäftigt. Der Bildschirmanteil bewegt sich so bei 75%, wobei sich die Arbeit vor allem auf Lesen von Dokumenten und das Schreiben von Mails bezieht. Ich bin auch sehr viel unterwegs.
Mit Rücksicht auf meinen KK versuche ich schon selbst, meine Arbeit zu optimieren. Also versuche ich etwa (simples Beispiel), in der dunklen Jahreszeit mehr mit dem Zug zu fahren als mit dem Auto - allerdings wird das nicht immer gehen. Auch beispielsweise das Schreiben von Word-Dokumenten stellt für meine Augen eine riesige Belastung dar, die ich versuche zu umgehen, sofern das möglich ist.
Ich frage mich nun, wie ich mit meinen Defiziten umgehe, da ein paar offizielle Arbeitserleichterungen mir helfen würden. Ich denke da jetzt nicht an große Bildschirme (habe ich), aber an eine Anpassung des Arbeitsinhalts, der Arbeitszeit oder Reduktion der Fahrtätigkeit.
Ein wie auch immer gearteter GdB würde mir natürlich helfen, aber das ist illusorisch. Für eine Keratoplastik sehe ich - sagt mein AA - objektiv noch zu gut. Außerdem ist man da wohl auch nicht unbedingt besser dran.
Wenn Ihr Empfehlungen habt, die ihr mit mir teilen könnt, wäre ich Euch sehr dankbar.
Viele Grüße
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LBH49
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- KC-Experience: KC beidäugig, li. Auge 1987 transplantiert (Prof. Meyer in OS), re . Auge mit langsamerer Entwicklung; März 2007 Re-Keratoplastik li. Auge (mit Titanring) + re. Auge cirkuläre Keratotomie (Dr. Krumeich)
Geblieben ist auf dem linken Auge ein Glaukom postoperativ, das mit Cosopt vollständigt behandelbar ist und bisher keine Schäden am Sehnerv verursacht hat. - Keratoconus since: 1982, bis zur konkreten Diagnose vergingen etwa 2 Jahre
- Experience with eyeglasses / lenses: KC-Kunden sind des Optikers bester Freund!
- Operationen: Keratoplastik li. Auge 1987, Re-Keratoplastik 2007;
Cirkuläre Keratotomie re. Auge 2007
Re: "Umgang" mit dem Arbeitgeber
ja, die Antworten stehen eigentlich in der Frage schon drin.
Schritt 1: Arbeits- und Lebensumfeld sehbehinderungsgerecht gestalten (große kontrastreiche Schriften auf großen Bildschirmen, große Handys (Einfachmodus, Optionen für Sehbehinderte), große Tablets. In der Freizeit Hören/TV statt Lesen, ist zwar schade, aber geht nicht anders. Für Dienstreisen im Zug gibt es schöne Hörbücher (spreche aus Erfahrung). Selbst die ZEIT gibt es in Auszügen als wöchentliche Audiodatei - einfach mal schauen, was der Markt bietet.
Schritt 2: Teilzeit, ganz klar. Mache ich (59) seit 10 Jahren nach meiner 2. Keratoplastik in einem vergleichbaren Arbeitsumfeld. Eine Rückkehr zur Ganztagstätigkeit geht nicht mehr.
Schritt 3: Frühestmögliche Rente (63), dann eben mit Abschlägen - es geht nicht anders.
GdB: Bei dem Visus ist die Antragstellung sinnlos.
Frdl. Gruß
LBH49
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Bigi
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Re: "Umgang" mit dem Arbeitgeber
Der reine Visus hat bei Keratokonus und Keratoplastik nach meiner persönlichen Erfahrung keine Aussagekraft. Da er z.B. durch Trockenheit und Hornhautveränderungen meist schwankt und man Kontaktlinsen oft nicht ganztägig tragen kann. Und Schatten um Buchstaben und Halos oft auch bei relativ gutem Visus die Konzentration bei der Arbeit beeinträchtigen.
Wenn man sich die Tabelle für Schwerbehinderung anguckt, bekommt man bei einem Visus von O,2 und 0,4 nur 25 % GdB, bekommt also keinen Schwerbehindertenausweis und kann auch keine Gleichstellung beantragen.
Unsere Betriebsarzt sagte mir, dass er erst bei einer Schwerbehinderung von mindestens 30% einen Integrationsbeauftragten hinzuziehen kann, der dann Hilfen etc. am Arbeitsplatz wie z.B.bessere Beleuchtung genehmigen kann. Und nur mit 50% Schwerbehinderung kann man früher ohne Abschläge in Rente.
Mit einem Sehvermögen von nur 20 % bis 40 % mit Sehhilfe, die man sich dauernd tragen kann, hat man also keine anerkannt Behinderung, was ich nicht nachvollziehen kann. Ich finde es kostet viel Konzentration, wenn man immer das schlechtere Auge mit 20% ausblenden muss und häufig unscharf sieht.
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Mart54
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- KC-Experience: Karrierebeginn 1973 - KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, 2024 li - Transplantatreaktion re 1994 - Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 - KK war in der ganzen Zeit nie stabil.
- Keratoconus since: Diagnose mit 19
- Experience with eyeglasses / lenses: erste KL 1973, nur rechts, war kaum auszuhalten.
1975 KL für beide Augen, Optiker Optenkamp Heilbronn, klasse Betreuung, Tragezeit 3 - 4 h/Tag, 1978 KL angepasst in der Uni Tübingen, hochgasdurchlässig, Tragzeit jetzt 10 bis 12 h/Tag, Wochenenden KL-frei.
1991 KPL re, danach nur noch KL li, re Korr. mit Brille. 1997 KPL li, danach nur noch Brille, zeitweise ein Auge nicht voll korrigiert wegen zu unterschiedlicher Glasstärken. 2013 neuer Versuch mit KL. KL fielen ständig aus den Augen. 2017 OP Grauer Star, jetzt nur noch Brille, aber schlechter Visus. Sklerallinsen seit April 2025 - Tragezeit ca 6 Stunden am Tag - Operationen: KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, DMEK 2024 li -
Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 -
Grauer Star re und li 2017 - Begeiterscheinungen: Transplantatektasie li u. re
Map-Dot-Fingerprint Dystrophie + Salzmannknoten li
Trockene Augen, hohe Lichtempfindlichkeit, Schatten an Buchstaben, Strahlenkränze um Lichtquellen, Nachtblindheit
Depression, Überlastung
Verschlechterung durch Stress - Mögliche Ursachen: Jeder möchte doch erben, ich hab! Meine Oma hatte auch KK.
- Ich über mich: verheiratet, 2 Töchter, 4 Enkel
Singen, Lesen (lassen), Geschichte, Religion - Has thanked: 364 times
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Re: "Umgang" mit dem Arbeitgeber (GDB / Schwerbehinderung)
die mit Korrektur erzielten Werte sind nicht alleine ausschlaggebend für den Grad der Behinderung GdB!
Der Begriff GdB wurde 1986 eingeführt und löste den Begriff MdE (Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit) ab. Durch die neue Bezeichnung wurde klargestellt, dass nicht die Leistungsbeeinträchtigung im Erwerbsleben, sondern eine Beeinträchtigung in allen Lebensbereichen bei der Einstufung zu berücksichtigen ist.
Deshalb muss sowohl die Zeit Deines "guten" Sehens (z. B. mit Kontaktlinsen), als auch die Zeit des "schlechten" Sehens (z. B. Zeit in der Kontaktlinsen nicht getragen werden können) bei der Festlegung des GdB berücksichtigt werden.
Beispiel:
- In der Zeit Deines "guten" Sehens, z. B. mit Kontaktlinsen, kannst Du einen Fahrkartenautomat bedienen. Deine Linsen kannst Du nur 8 Stunden am Tag tragen. Ohne Kontaktlinsen kannst Du den Fahrkartenautomat nicht mehr bedienen, weil Du die Anzeigen nicht mehr lesen kannst. Damit ist in der kontaktlinsenlosen Zeit Deine Teilhabe am "normalen" Leben eingeschränkt und dies muss bei der Festlegung des GdB berücksichtigt werden.
- Bei normaler Beleuchtung reicht Dein Sehen aus, dass Du Dich als Fußgänger sicher im Straßenverkehr bewegen kannst. Das ändert sich bei Dämmerung oder bei Nacht (Nachtblindheit). Jetzt bist Du möglicherweise auf eine Begleitperson angewiesen! Auch das muss im GdB Berücksichtigung finden.
Mein Tipp!
- Wer sich durch seine schlechte Sicht im Leben beeinträchtigt fühlt, sollte einen Antrag auf GdB stellen.
Liebe Grüße
Martin
(Mahatma Gandhi)