Nun möchte ich meine Erfahrungen mit CCL unter Vollnarkose in der Augenklinik Dortmund weitergeben.
Mein Keratokonus schritt im letzten Jahr ziemlich vorran. Trotz der Stadien 2-3 kann ich relativ gut mit Brille sehen (re. über 90 % und li. ca. 85%). Dennoch habe ich eine sehr dünne Hornhautschicht (re. ca. 420 µm und li. 460 µm), so dass mir mein Augenarzt zum Crosslinking geraten hat. Ich wollte eine 2. bis 3. Meinung dazu hören, ob es denn tatsächlich angeraten ist. Nach 2 Besuchen in 2 Augenkliniken war ich mir sicher, dass der Eingriff aufgrund meiner dünnen Hornhaut gemacht werden soll bevor der Eingriff bei noch dünnerer Hornhaut nicht mehr durchzuführen ist.
Mir war aber auch klar (ich bin dahingehend wohl ein Weichei!), dass ich den Eingriff nicht in lokaler Betäubung durchstehen könnte. Ich würde Panik bekommen....wie schon häufig nur bei meinen Augenuntersuchungen. Also erkundigte ich mich nach dem CCL unter Vollnarkose. Mein Augenarzt empfahl mir die ca. 60 km entfernte Dortmunder Augenklinik (Prof. Kohlhaas).
Am nächsten Tag rief ich im Vorzimmer von Prof. Kohlhaas an und man gab mir einen ersten Untersuchungstermin. Die dortige Untersuchung bestätigte die "Erforderlichkeit" des Eingriffs erneut und Prof. Kohlhaas überlies mir die Auswahl des OP-Termins. Prof. Kohlhaas hatte Verständnis dafür, dass ich ziemliche Angst vor dem Eingriff unter lokaler Betäubung hatte und somit war sofort klar, dass ich unter Vollnarkose mein CCL bekommen werde.
Die (Mehr-)Kosten waren mir da nicht so wichtig, es ging schließlich um meine Augen!
Der Tag der OP (15.08.2012) kam...
Ich traf morgens pünktlich um 7.30 h am ambulanten Operationszentrum ein und kam sofort dran. Mein OP-Termin war für 9.15 h angesetzt. Pünktlich wurde ich in den OP-Saal gefahren und ca. 10 Min. später habe ich schon seelenruhig geschlafen. Alle Mitarbeiter und Ärzte sind dort super nett!!!
Als ich gegen 10.45 h wieder zu meinem Mann in meinen eigenen Aufwachraum (die Räume sind spitze!!!) geschoben wurde, war ich schon wieder hellwach.
Auf meinem Auge befand sich nichts. Keine Wundkontaktlinse....kein Verband....!! Das war sehr angenehm. Mein Auge tränte zwar wie wild....aber das ist wohl normal.
Nach einem Frühstück und weiteren 30 Min. auf dem Zimmer, wurde ich bereits entlassen und war gegen 14 h wieder zuhause.
Die erste Kontrolle hat direkt mein Augenarzt übernommen.
Auch mich hatte man im Vorfeld auf die starken Schmerzen nach dem Eingriff hingewiesen. Ich nahm nach der Entlassung präventiv Novalgin-Tropfen (gegen 14 h). Das war auch das einzige, was ich an Schmerzmitteln genommen habe. Es tat überhaupt nicht weh! Auch die stündliche Gabe von 2 Salben waren nicht unangenehm. Die nächsten 3 Tage spürte ich noch ein leichtes Fremdkörpergefühl im Auge....aber ansonsten war alles top!
Die Kosten werden größtenteils ja nicht von den Krankenkassen oder Beihilfekassen getragen. Ich bin beihilfeberechtigt und habe 6 Wochen vor dem Eingriff einen Antrag auf Einzelfallentscheidung gestellt. Dem Antrag habe ich sämtliche ärztlichen Berichte, Stellungnahmen und Informationsbroschüren über die Erkrankung beigelegt. Das war ein Stapel! Hatte schon Angst, dass ich dort ein Päckchen hinschicken muss.
Meine erste Anfrage! im Jahr 2010 bei der Beihilfekasse (Rheinische Versorgungskasse) wurde abgelehnt. Mein jetziger Antrag wurde bewilligt. Die Private und die Beihilfekasse tragen also insgesamt 100% der OP-Kosten und nachfolgende Kosten.
Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, wie sich mein rechtes Auge weiter entwickelt/heilt.
Nach solch positiver Erfahrung werde ich auf jeden Fall nicht mehr so eine große Angst vor dem Eingriff am linken Auge haben....was bestimmt im nächsten Jahr anstehen wird, sofern der Keratokonus nicht zum Stillstand kommt.
Ich hoffe, einigen von euch mit meinem Bericht geholfen zu haben.
Liebe Grüße
Laviria