Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: viewtopic.php?t=6501

Operationsbericht Lamelläre Keratoplastik

wolfgang
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Operationsbericht Lamelläre Keratoplastik

Post by wolfgang »

OP Bericht von Wolfgang
Operiert von Prof. Dr. Neuhann im Rotkreuzkrankenhaus München.

Hallo nach einem Jahr hier nun endlich mein OP Bericht.
Meinen Termin hatte ich am 11.01.2007 eigentlich für eine Keratoplastik am rechten Auge.
Notwendig wurde die Keratoplastik, weil die Sehkraft am rechten Auge bei unter 10% gelegen hatte. Schuld daran war eine tropfenförmige Auswöbung der Hornhaut, wodurch die Hornhaut an manchen Stellen zu dünn geworden war.

Morgens um Acht ging es los mit den letzten Voruntersuchungen, anschliessend durfte ich nochmal in mein Zimmer und etwas essen. Um kurz nach neun wurde ich dann erneut nach oben gerufen, wo es nach kurzer Wartezeit um halb zehn dann richtig erst wurde. Hände desinfizieren, Operationsklamotten anziehen und warten bis man zur Narkose darf. Um ca zehn Uhr hatte ich dann beide Spritzen im Auge und die Operation begann. Es ist ein seltsames Gefühl auf dem Tisch zu liegen und alles mitzubekommen was um einen herum passiert (Vorallem die Gespräche zwischen Arzt und Helfern "Kolibrischere bitte..."). Man sieht ja wirklich eigentlich bis zu dem Moment wo die erste Hornhautschicht rauskommt.--Aber ich will niemandem Angst machen-- Es ging also weiter und der Prof. war eigentlich ständig am erklären was er gerade macht (Es waren noch zwei Assistenzärzte oder Studenten anwesend. Da mir im Vorfeld gesagt wurde dass die OP etwa 20 Minuten dauern würde, wurde ich nervös als sich der Blutdruckmesser immer und immerwieder im Abstand von ca 5 Min aufpumpte. Als der Prof dann auch noch einen verzweifelten Seufzer von sich gab, bereitete ich mich innerlich schon darauf vor, jeden Moment zu erfahren dass irgendetwas schief gelaufen war. (Was sich später als Irrtum herausstellte.) Nach unendlich langer Zeit kam dann ein weiter Arzt in den OP und verkündete dass sich im OP nebenan eine Privatpatientin heftigst beschwert weil sie bereits seit einer halben Stunde auf ihre Operation warten Müsse. (meiner Meinung nach eine Frechheit). Als der Prof endlich fertig war, erklärte er mir dass er sich währrend der OP dazu entschlossen hatte bei mir eine lammelläre Keratoplastik durchzuführen, was die dauer allerdings erheblich verlängert hatte, aber er war der Meinung dass dies die für mich bessere Methode war. Nachdem ich aus dem OP entlassen wurde, musste ich feststellen, dass er mich tatsächlich knapp 1 1/2 Stunden operiert hatte.

Am nächsten Tag kam dann die erste Überraschung; es heilte erstaunlich schnell, was die Ärzte dazu brachte dass sie mich nach insgesamt fünf Tagen bereits aus dem Krankenhaus entliesen. Das Erste war also geschafft.

Doch leider hielt die Freude nicht allzu lange an. Schon beim ersten Besuch bei meinem Augenarzt kamen die auf die Idee meine Augendruck mit ihrem Luftstrahl zu messen. Ich dachte wirklich es ist alles zu spät. (Weisst bitte eure Ärzte darauf hin, mit dieser methode einige Wochen zu warten).

Nach der Op folgt ja bekanntermaßen eine lange Zeit in der man mehr beim Augenarzt sitzt als sonst was, und sich sehr viele Medikament ins Auge kleister. Ab März kam es dann richtig dicke. Mein Augendruck stieg und stieg, und meine Augenärztin wusste keinen Rat, sodass sie mir Augendrucksenkende Mittel verschrieb. (=> 3x tägl. Dexagel, 3x tägl Corneregel, 3x tägl Timomann). Nachdem der Erfolg mehr oder weniger ausblieb bekam ich nach weitern zwei Wochen noch ein Mittel gegen den Augendruck. Mitte Mai war es soweit, dass ich Entwässerungstabletten essen musste weil der Augeninnendruck bei knapp 45 angekommen war.

Da wurde es mir dann langsam zu bunt und ich telefonierte mit den Ärzten in München ob die vielleicht Rat wissen. Dort wurde mir dann gesagt, dass man es versuchen könnte das Dexagel wegzulassen weil sie in der vergangenheit gerade bei jungen Patienten häufiger Problem hatten, wenn Dexagel über einen langen zeitraum angewendet wird. Ich wurde aber gleich gewarnt, dass es auf jedenfall unter ständiger Beobachtung passieren müsse, weil es eigentlich noch zu früh war um darauf zu verzichten. Also beriet ich mich mit meiner Ärztin und wir beschlossen das Dexagel probehalber wegzulassen. Das Ergebnis lies nicht lange auf sich warten. schon nach zwei Wochen satnd fest, dass die Hornhaut trotzdem nicht abgestoßen wurde und der Druck ging rapide nach unten.

Im Juli hatte sich dann alles soweit eingependelt dass wir uns einigten es mit Kontaktlinsen zu probieren, da der Unterschied zwischen rechtem und linken Auge zu groß für eine Brille gewesen wäre. Die linsenanpassung dauerte dann weitere 3 Wochen, sodass ich Ende August mit 80% Sehkraft rechts und 100% links wieder ins Arbeitsleben eingegliedert wurde. Diese Eingliederung dauerte dann bis ende November.


Jetzt ein Jaht später kam am 18.01.2008 wieder in München der erste Faden raus. Die Ärzte waren echt begeistert vom Ergebnis. Sehkraft rechts 100%. Fürs linke Auge haben sie mir jetzt eine Vernetzung empfohlen, da die Hornhaut links auch anfängt zu schwächeln. Hat da jemand Erfahrung?ß

Ich hoffe ich habe niemandem Angst vor der Operation gemacht, ich wollte nurmal darlegen wie ich mein erstes Jahr nach der OP erlebt habe. Ich bin aber jetzt mit 100% wirklich ein anderer mensch, es ist einfach toll zu erleben wie man dinge die man mit 10% Sehkraft nur noch erahnen konnte plötzlich wieder gestochen scharf sieht. Man sollte aber nichts überstürzen und auch keine zu großen Erwartungen haben, es dauert nach der OP wirklich eine lange Zeit bis das Ergebnis wirklich spürbar wird.


Ich kann allen die es wirklich brauchen nur raten den Schritt zu gehen, und in München bei Prof Dr Neuhann seid ihr wirklich in den besten Händen.

Grüße Wolfgang
phlo
-
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Joined: 2005-12-08, 17:14
KC-Experience: Rechtes Auge nach zirkulärer Keratotomie bei Visus 1.0 hoffentlich weiterhin stabil.

Linkes Auge 1 Jahr nach TLKP mit Brille bei Visus 1.0 (Fäden noch im Auge)
Keratoconus since: Diagnose mit 23. Dann sehr schnell den Ernst der Lage erkannt und gehandelt.
1,2 Jahre vorher schon Probleme auf dem zuerst betroffenen Auge.
Operationen: Rechtes Auge nach zirkulärer Keratotomie bei Visus 1.0 hoffentlich weiterhin stabil.

Linkes Auge 1 Jahr nach TLKP mit Brille bei Visus 1.0 (Fäden noch im Auge)

Post by phlo »

herzlichen glückwunsch wolfgang.

ich kann es sehr gut nachvollziehen wie du dich fühlst.

auch ich habe eine TLKP hinter mir (August 2006, Dr Krumeich in Bochum) und ich bin auch von einem Visus von ca 10% auf 100% gekommen (Fäden momentan noch drin, sollen Ende Februar raus).

Wünsch mir Glück das das Ergebnis auch nach dem Fadenzug bei ca 1.0 bleibt ! :)

Weiterhin alles gute.
Hold on and be strong,

Florian
Kerill
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Joined: 2009-03-28, 14:47
KC-Experience: Erst vor kurzem erhielt ich vom Augenarzt die Diagnose Keratokonus im fortgeschrittenem Stadium. Mit formstabilen Kontaktlinsen kann ich mittlerweile wieder recht ordentlich sehen, auf dem rechten Auge sogar sehr gut. Mal schauen, was ich hier so alles von Leuten erfahren kann, die auch Keratokonus haben. Danke vorab!

Re: Operationsbericht Lamelläre Keratoplastik

Post by Kerill »

Meint Ihr beim neu erreichten Visus von 100 % mit Kontaktlinsen oder ohne?

Ohne Kontaktlinsen habe ich nämlich wegen der Verwölbung auch unter 10 % Sehschärfe auf beiden Augen, aber mit Kontaktlinsen sehe ich links 70 % und rechts 100 %, und der Konus bleibt soweit stabil bislang.

Natürlich möchte ich auch gerne auch OHNE Kontaktlinsen besser sehen können, nur geht die lamelläre KP bei mir wohl nur noch auf dem linken Auge. Das rechte Auge habe ich 2009 mit Aufschwemmung der Hornhaut vernetzen lassen, aber das Ergebnis ist fraglich, da die angeblich nur anfängliche Trübung seit 2 Jahren noch nicht verschwunden ist und meine Hoffnungen immer mehr schwinden. Dafür bleibt der Keratokonus stabil und mit Linse erreiche ich rechts die gleiche Sehschärfe und Klarheit von 100 % wie vor dem Crosslinking.

Ich wünsche mir aber dennoch öfters, ich hätte ohne Linsen jedenfalls ein gutes Auge zu sehen, darum interessiert mich die lamelläre KP schon seit einiger Zeit. Ist Herr Neuhann wirklich sicher bei der lamellären KP? Ein steigender Augeninnendruck als Nachwirkung hört sich nicht gut an, aber anscheinend ist dies bei Wolfgang ja wieder weggegangen.

Hat schon jemand Erfahrungen mit der Transplantation von künstlichen Hornhäuten bei Keratokonus?

Mein Motto: Immer lächeln, das Leben kann auch mit dem Konus richtig Spaß machen! :D

Gruß, Erik