Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: viewtopic.php?t=6501

Vernetzung, Dortmund, Prof. Kohlhaas, 05.11.2007

Roland
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Vernetzung, Dortmund, Prof. Kohlhaas, 05.11.2007

Post by Roland »

Am 5. November in Dortmund (Kohlhaas)



Seit fast zwei Jahren trage ich nun einen Titanring im Auge, doch leider ist der Keratokonus dadurch nicht gestoppt worden. Die Sehleistung auf dem linken Auge hat deutlich abgenommen und lag beim letzten Test nur noch bei 20% - das rechte ist erfreulicherweise weiterhin stabil :-).

Ich habe Dr. Krumeich bereits vor einigen Monaten damit konfrontiert und gesagt, dass ich nun beide Augen vernetzen lassen möchte. Er empfahl mir jedoch, nur das linke Auge zu vernetzen und beim rechten ebenfalls einen Titanring einsetzen zu lassen. Da der Ring nur leider kein Ergebnis brachte, und im Vergleich zur Vernetzung fast drei- bis viermal so teuer ist, habe ich das Angebot nicht in Anspruch genommen und mir einen Termin bei Dr. Kohlhaas besorgt.

Dort war ich dann am Montag auch. Der "Chef" war zwar nicht im Haus (da wurde bei der Terminvergabe wohl ein Fehler gemacht, die Leute an der Anmeldung waren jedenfalls ein wenig verwundert), aber seine Mitarbeiterinnen haben massenhaft Untersuchungen vorgenommen, ich fühlte mich jedenfalls in sehr guten Händen. Sie waren ein wenig erstaunt, dass ich über die Vernetzung bereits sehr gut bescheid wusste - offensichtlich informieren sich nicht viele Leute vorher genauer über die Technik. Am späten Nachmittag konnte ich dann wieder gehen, ich sollte am nächsten Tag angerufen werden, sobald Dr. Kohlhaas wieder im Haus ist. Der Anruf kam dann auch, der Dr. hatte keine Bedenken wegen dem Ring, und wir haben einen Termin für den 5. November vereinbart.

Dann gehts hier weiter :-)
andyH.
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Joined: 2005-02-07, 21:57
KC-Experience: kommt noch
Keratoconus since: ungefähr mit 16
Operationen: volles Programm:

linkes Auge: Tranplantation, wegen zu hoher Krümmung, danach noch gelasert. Trotzdem nur ca.60% mit starker Brille

rechts: zirkuläre Keratotomie mit Titanringring- hat überhaupt nicht funktioniert,
danach 2mal Operation in Rom bei Dr. Lombardi: ARK. Dann mit Brille ca.80%, aber Schmerzen im Auge und ständig schwankender Visus und Kopfschmerz
Sept. 09 Transplantation in Homburg.
Begeiterscheinungen: häufig Kopfschmerzen
Mögliche Ursachen: wenn ich das mal wüsste
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Post by andyH. »

hi,bin gespannt auf deinen weiteren Bericht. Ich hatte den Titanring ja auch mal im Auge, leider ebenfalls ohne Erfolg
Roland
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Posts: 39
Joined: 2006-01-10, 15:45

Post by Roland »

Es ist Tag 2 nach der OP, und ich fühle mich fitt genug, einen kurzen Bericht zu geben.

Den Bericht gibt es auch auf meiner Homepage, da er hier im Forum nur nach Anmeldung gelesen werden kann.

Tag 0
Wir kamen um ca. 12 Uhr in Dortmund an, parktem beim Kaufhof und nach einem kurzen Mittagessen meldete ich mich um 12:45 im Hospital an. Um 13 Uhr sollte die OP sein, jedoch war meine Akte verschwunden. Ich wurde kurz zu einem neuen Orbscan geschickt, aber da dieser nicht mehr verwendet wurde denke ich, dass nur ein wenig Zeit geschwindet werden sollte, um die Akte zu suchen *g*. Um kurz vor Zwei saß ich schließlich bei der operierenden Ärztin (kann mich nicht an ihren Namen erinnern), unterschrieb einen Wisch, dass "sie mir furchtbar wehtun dürfen" [sic] und ab gings in den OP. Das Auge wurde mit Tropfen betäubt, ich war ziemlich aufgeregt, verzichtete aber auf Beruhigungstabletten. Das Epihtel wurde abgeschält, was eine ganz harmlose Prozedur ist, wenn das Auge nichts spürt. Von nun an wurde es langweilig: Das Ribuflavin wurde aufgetragen und musste 15 Minuten lang einziehen. Dann wurde eine halbe Stunde lang bestrahlt, wobei das Ribuflavin etwa alle 5 Minuten erneuert wurde. Zwischendurch erhielt ich auch nochmal neue Betäubungstropfen, da mein Auge anfing, die Flüssigkeit wieder zu spüren. Da das Radio kaputt war, durfte ich mein Handy einschalten und Musik abspielen :) Wie gesagt, es war irgendwie langweilig.

Um 15 Uhr war die ganze Sache dann vorbei, auf eine Schutzlinse oder ein Verband wurde verzichtet. Meine Freundin holte mich ab, wir besorgten aus der Apotheke die verschriebenen Salben (Vita-Pos und Floxal, stündlich im Wechsel) und das Schmerzmittel (Novalgin-Tropfen, alles zusammen ca. 35 EUR). Dann gings zurück zum Parkhaus und auf nach Hause, da ich auf die vielzitierten "schlimmsten Schmerzen meines Lebens" wartete. Ich kann an dieser Stelle nur eines empfehlen: Habt *viele* Taschentücher und *viel* zu trinken dabei, was euer Auge in den nächsten Stunden austränen und auch durch die Nase wieder ableiten wird ist beachtlich.

Zu den Schmerzen kann ich nur sagen, dass ich schlimmeres erwartet habe. Es war in erster Linie nur unangenehm. Eine seltsame Mischung aus Zahnschmerzen, leichten Kopfschmerzen und Sand im Auge. Zweimal habe ich Schmerzmittel genommen und nachts wunderbar geschlafen. Zwischendurch habe ich es sogar (um mich abzulenken) halbblind geschafft, eine Gitarre neu zu bespannen, die ich mir ausgeliehen hatte.

Tag 1
In der Nacht hab ich geschwitzt wie ein blöder, aber ich hatte kein Fieber. Das Auge war sehr lichtempfindlich, aber ich konnte es öffnen. Immer noch Kratzen, aber sonst keine Beschwerden. Es war sogar besser als nach der Operation bei Dr. Krumeich. Auch Duschen und Haarewaschen ging, wobei ich natürlich drauf geachtet habe, das Auge nicht mit Wasser in Berührung kommen zu lassen.

Um halb Zwölf hatte ich nen Termin bei meinem Augenarzt zur Nachkontrolle. Dr. Barsnick schien noch nicht viel Erfahrungen mit Vernetzungspatienten zu haben, und war erstaunt, dass ich kaum Schmerzen hatte. Mit dem Zustand des Auges war er zufrieden. Ich erhielt einen neuen Termin für Donnerstag und die Information, dass wir dann mit Kortison weiterarbeiten, wenn das Epithel bis dahin zugewachsen ist. Krankgeschrieben wurde ich vorerst bis Freitag.

Der Tag war dann von Entspannung und ständigem salben geprägt. Ich durfte zwar laut Dr. Barsnick fernsehen (nicht lesen!) aber das war doch sehr unangenehm. Also hab ich auf Dr. House verzichtet und lieber angefangen, die Gitarre zu stimmen. Das war das erste mal für mich, aber ich glaube, ich hab es geschafft. Das Auge habe ich die meiste Zeit mit einem Taschentuch unter der Brille zugedrückt, das empfand ich am angenehmsten und hat die immernoch zahlreiche Trännenflüssigkeit aufgefangen.

Apropos Tränenflüssigkeit: Ich hatte irgendwann Probleme, das Wasser, was ich trank, aufzunehmen. Es floss quasi direkt unten wieder raus ;). Der Grund schien der Salzmangel durch das Schwitzen und Tränen gewesen zu sein. Nachdem ich ein bisschen Bratfischgewürzsalz gelutscht habe, war es wieder deutlich besser.

Abends bzw. in der Nacht kamen dann doch noch ein paar heftige Schmerzen, die mir den Schlaf kosteten und gegen die auch das Schmerzmittel nicht viel ausrichten konnte. Interessanterweise kam es nicht von der Hornhaut, sondern mehr aus den Schläfen, und es wurde bei Licht ein heftiges Pochen. Vielleicht die Tränendrüse, die keine Lust mehr auf Arbeit hatte :)

Tag 2
Nach der fast schlaflosen Nacht geht es mir heute viel besser. Das Pochen ist fast wieder weg, und ich kann das Auge auch längere Zeit offenhalten. Sehen tu ich allerdings mit einem heftigen Schleier, etwa so, als schaue man durch eine Frischhaltefolie.

Aber es ist, wie man sieht, wieder soweit in Ordnung, dass ich hier schreiben kann. Zwar mit 120%er Größe im Browser, aber immerhin. Auch der Verbrauch an Taschentüchern ist zurückgegangen. Nacher werde ich versuchen, auf der Gitarre meine ersten Akkorde zu spielen. Mal schaun, ob's mir gelingt.

Nun bin ich mal auf den Termin morgen gespannt. Ist das Epithel zugewachsen? Wird der Schleier zurückgehen? Bald gibts mehr!
mazdafatzke
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Joined: 2007-04-23, 22:09
KC-Experience: Keratokonus ist zwar lästig, aber man kann auch mit den Einschränkungen ganz gut leben.
Keratoconus since: Ich glaube mein KC wurde ca 1999 diagnostiziert (sicher bin ich mir aber nicht mehr so genau). Hatte damals einen guten Augenarzt der dies sofort erkannte. Leider hat er damals dann seine Praxis aufgelöst und ich musste eine andere Praxis suchen. Dann kam ich zu Dr Jaksche in Ansbach. Bin dort sehr zufrieden und fühle mich auch gut aufgehoben.
Experience with eyeglasses / lenses: Eine Brille bringt bei mir keine Sehverbesserung, bzw nur zu geringe Verbesserung. Mit Kontaktlinsen kam ich nicht gut zurecht, da mein KC fortschreitend war und ich deshalb die angepassten Linsen nicht lange vertragen habe. Meine Augen hatten sich einfach zu schnell verändert.
Operationen: Am 9.7.07 wurde mein rechtes (gutes) Auge vernetzt und am 25.11.07 wurde mein linkes (schlechtes) Auge vernetzt.
Zum Crosslinking kann ich nur sagen, dass ich es jederzeit wieder machen würde. Mir stinkt nur, dass ich es nicht schon früher machen gelassen habe, denn dann wären meine Werte mit Sicherheit noch wesentlich besser.
Am rechten Auge wurde bereits eine Linse angepasst, die ich jedoch des krassen Unterschiedes der Sehfähigkeit der beiden Auge nur selten reinmachen kann. Ich warte nun auf eine Linse fürs linke Auge und dann kann ich hoffentlich wieder sehend durchs Leben gehen.
Begeiterscheinungen: Meine einzigen Begleiterscheinuzngen sind eigentlich das ich ständig in den Augen reiben könnte.
Mögliche Ursachen: Mein ständiges Augenreiben? Das ich immer den Arm auf den Augen habe wenn ich schlfen gehe (Druck auf die Augen)?
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Post by mazdafatzke »

Danke für den genauen Bericht! Schön wenn es so unproblematisch gelaufen ist.
Ich weiß wie du dich fühlst, wegen den Augen Dr House nicht schauen zu können ist schon eine große Einschränkung :) Habs damals fast nicht verkraften können ihn nicht zu sehen;) Aber man überlebt es!

Ich wünsche dir noch einen guten Verlauf und das morgen bei deinem Termin nur positives herauskommt und das Auge gut abheilt!

mfg Jochen
Roland
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Post by Roland »

Nein, ich bin noch nicht gestorben, es geht weiter...

Tag 3
Kontrolltermin bei Dr. Barsnick. Das Epithel ist immer noch nicht ganz zu, aber ich soll ab Sonntag anfangen, Efflumidex-Tropfen zu nehmen. Ansonsten gehts mir ganz gut, ich kann die Augen auch längere Zeit offenhalten. Allerdings hat sich der Schleier meiner Meinung nach etwas verstärkt. Der Monitor blendet aber noch etwas. Abends haben wir erstmal die House-Folge von letzter Woche nachgeholt. Die hatte ich nämlich auch verpasst :).

Tag 4
Morgens mit leichtem Brennen in den Augen aufgewacht, aber sonst gehts mir gut. Und zwar so gut, dass ich im verlaufe des Tages mehrmals vergessen habe, die Salben zu nehmen. Das Ergebnis war dann ein doch recht starkes Brennen am Abend, ich war jedenfalls froh, wieder im Bett zu sein. Ich habe inzwischen erfahren, dass meine Akkorde nichts wurden, da die Gitarre mindestens eine Oktave zu tief gestimmt war und die Saiten nicht richtig geknotet waren.

Tag 5
Wieder mit leichtem Brennen aufgewacht, dass aber schnell vergangen ist. Der Schleier hat sich auch wieder reduziert. Daraus folgt, dass ich erneut mehrmals die Salben vergessen habe :(. Bin das erste mal wieder Fahrrad gefahren. Bei tiefstehender Sonne und regennasser Fahrbahn eine recht unangenehme Sache, wenn man gegen das Licht fährt, ansonsten habe ich aber keine Probleme gehabt. Die Gitarre habe ich nun mit Computerhilfe genau nach Frequenz gestimmt. Ich lag wirklich Meilenweit daneben (das "a" lag statt bei 440Hz irgendwo zwischen 100 und 300 Hz). Soviel zu meinem musikalischem Gehör :D

Da sich sonst nichts geändert hat, werde ich jetzt nur noch gelegentlich aktualisieren :)

Alles in allem kann ich bereits sagen, dass die Vernetzung deutlich harmloser war als ich aus vielen Berichten hier erwartet habe.
Roland
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Post by Roland »

Tag 39
Keine Beschwerden. Ich arbeite und studieren längst wieder wie vor der Op, auch der Visus scheint ähnlich zu sein. Im Januar steht eine Hornhauttopographie und ein Sehtest an. Das ganze wollen wir dann noch einige Monat beobachten, und wenn der Konus stabil bleibt gehts dann an die Kontaktlinsen.
andyH.
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KC-Experience: kommt noch
Keratoconus since: ungefähr mit 16
Operationen: volles Programm:

linkes Auge: Tranplantation, wegen zu hoher Krümmung, danach noch gelasert. Trotzdem nur ca.60% mit starker Brille

rechts: zirkuläre Keratotomie mit Titanringring- hat überhaupt nicht funktioniert,
danach 2mal Operation in Rom bei Dr. Lombardi: ARK. Dann mit Brille ca.80%, aber Schmerzen im Auge und ständig schwankender Visus und Kopfschmerz
Sept. 09 Transplantation in Homburg.
Begeiterscheinungen: häufig Kopfschmerzen
Mögliche Ursachen: wenn ich das mal wüsste
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Re: Vernetzung, Dortmund, Prof. Kohlhaas, 05.11.2007

Post by andyH. »

Hi, wie siehts aus bei dir mittlerweile??
Schon Besserung in Sicht, was macht der Ring?
Bist du jetzt eigentlich nochmal zum Krumeich gegangen?

mfg
andy