Es ist Tag 2 nach der OP, und ich fühle mich fitt genug, einen kurzen Bericht zu geben.
Den Bericht gibt es auch
auf meiner Homepage, da er hier im Forum nur nach Anmeldung gelesen werden kann.
Tag 0
Wir kamen um ca. 12 Uhr in Dortmund an, parktem beim Kaufhof und nach einem kurzen Mittagessen meldete ich mich um 12:45 im Hospital an. Um 13 Uhr sollte die OP sein, jedoch war meine Akte verschwunden. Ich wurde kurz zu einem neuen Orbscan geschickt, aber da dieser nicht mehr verwendet wurde denke ich, dass nur ein wenig Zeit geschwindet werden sollte, um die Akte zu suchen *g*. Um kurz vor Zwei saß ich schließlich bei der operierenden Ärztin (kann mich nicht an ihren Namen erinnern), unterschrieb einen Wisch, dass "sie mir furchtbar wehtun dürfen" [sic] und ab gings in den OP. Das Auge wurde mit Tropfen betäubt, ich war ziemlich aufgeregt, verzichtete aber auf Beruhigungstabletten. Das Epihtel wurde abgeschält, was eine ganz harmlose Prozedur ist, wenn das Auge nichts spürt. Von nun an wurde es langweilig: Das Ribuflavin wurde aufgetragen und musste 15 Minuten lang einziehen. Dann wurde eine halbe Stunde lang bestrahlt, wobei das Ribuflavin etwa alle 5 Minuten erneuert wurde. Zwischendurch erhielt ich auch nochmal neue Betäubungstropfen, da mein Auge anfing, die Flüssigkeit wieder zu spüren. Da das Radio kaputt war, durfte ich mein Handy einschalten und Musik abspielen

Wie gesagt, es war irgendwie langweilig.
Um 15 Uhr war die ganze Sache dann vorbei, auf eine Schutzlinse oder ein Verband wurde verzichtet. Meine Freundin holte mich ab, wir besorgten aus der Apotheke die verschriebenen Salben (Vita-Pos und Floxal, stündlich im Wechsel) und das Schmerzmittel (Novalgin-Tropfen, alles zusammen ca. 35 EUR). Dann gings zurück zum Parkhaus und auf nach Hause, da ich auf die vielzitierten "schlimmsten Schmerzen meines Lebens" wartete. Ich kann an dieser Stelle nur eines empfehlen: Habt *viele* Taschentücher und *viel* zu trinken dabei, was euer Auge in den nächsten Stunden austränen und auch durch die Nase wieder ableiten wird ist beachtlich.
Zu den Schmerzen kann ich nur sagen, dass ich schlimmeres erwartet habe. Es war in erster Linie nur unangenehm. Eine seltsame Mischung aus Zahnschmerzen, leichten Kopfschmerzen und Sand im Auge. Zweimal habe ich Schmerzmittel genommen und nachts wunderbar geschlafen. Zwischendurch habe ich es sogar (um mich abzulenken) halbblind geschafft, eine Gitarre neu zu bespannen, die ich mir ausgeliehen hatte.
Tag 1
In der Nacht hab ich geschwitzt wie ein blöder, aber ich hatte kein Fieber. Das Auge war sehr lichtempfindlich, aber ich konnte es öffnen. Immer noch Kratzen, aber sonst keine Beschwerden. Es war sogar besser als nach der Operation bei Dr. Krumeich. Auch Duschen und Haarewaschen ging, wobei ich natürlich drauf geachtet habe, das Auge nicht mit Wasser in Berührung kommen zu lassen.
Um halb Zwölf hatte ich nen Termin bei meinem Augenarzt zur Nachkontrolle. Dr. Barsnick schien noch nicht viel Erfahrungen mit Vernetzungspatienten zu haben, und war erstaunt, dass ich kaum Schmerzen hatte. Mit dem Zustand des Auges war er zufrieden. Ich erhielt einen neuen Termin für Donnerstag und die Information, dass wir dann mit Kortison weiterarbeiten, wenn das Epithel bis dahin zugewachsen ist. Krankgeschrieben wurde ich vorerst bis Freitag.
Der Tag war dann von Entspannung und ständigem salben geprägt. Ich durfte zwar laut Dr. Barsnick fernsehen (nicht lesen!) aber das war doch sehr unangenehm. Also hab ich auf Dr. House verzichtet und lieber angefangen, die Gitarre zu stimmen. Das war das erste mal für mich, aber ich glaube, ich hab es geschafft. Das Auge habe ich die meiste Zeit mit einem Taschentuch unter der Brille zugedrückt, das empfand ich am angenehmsten und hat die immernoch zahlreiche Trännenflüssigkeit aufgefangen.
Apropos Tränenflüssigkeit: Ich hatte irgendwann Probleme, das Wasser, was ich trank, aufzunehmen. Es floss quasi direkt unten wieder raus

. Der Grund schien der Salzmangel durch das Schwitzen und Tränen gewesen zu sein. Nachdem ich ein bisschen Bratfischgewürzsalz gelutscht habe, war es wieder deutlich besser.
Abends bzw. in der Nacht kamen dann doch noch ein paar heftige Schmerzen, die mir den Schlaf kosteten und gegen die auch das Schmerzmittel nicht viel ausrichten konnte. Interessanterweise kam es nicht von der Hornhaut, sondern mehr aus den Schläfen, und es wurde bei Licht ein heftiges Pochen. Vielleicht die Tränendrüse, die keine Lust mehr auf Arbeit hatte
Tag 2
Nach der fast schlaflosen Nacht geht es mir heute viel besser. Das Pochen ist fast wieder weg, und ich kann das Auge auch längere Zeit offenhalten. Sehen tu ich allerdings mit einem heftigen Schleier, etwa so, als schaue man durch eine Frischhaltefolie.
Aber es ist, wie man sieht, wieder soweit in Ordnung, dass ich hier schreiben kann. Zwar mit 120%er Größe im Browser, aber immerhin. Auch der Verbrauch an Taschentüchern ist zurückgegangen. Nacher werde ich versuchen, auf der Gitarre meine ersten Akkorde zu spielen. Mal schaun, ob's mir gelingt.
Nun bin ich mal auf den Termin morgen gespannt. Ist das Epithel zugewachsen? Wird der Schleier zurückgehen? Bald gibts mehr!